Freigelassene Musikerinnen Pussy Riot wollen weiter gegen Putin kämpfen

Wladimir Putin hat die Pussy-Riot-Mitglieder begnadigt – aber sie kennen keine Gnade für Putin. Nadeschda Tolokonnikowa wünscht sich, dass Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski für die Präsidentschaft kandidiert.
Update: 27.12.2013 - 16:07 Uhr 22 Kommentare

„Das Punk-Gebet in der Kirche ist uns nicht mehr wichtig“

MoskauDie Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot wollen weiter Präsident Wladimir Putin von der Macht vertreiben. „Was Wladimir Putin betrifft, hat sich unsere Haltung zu ihm nicht geändert“, sagte die 24-jährige Nadeschda Tolokonnikowa am Freitag bei einer Pressekonferenz in Moskau mit ihrer Bandkollegin Maria Aljochina. „Wir wollen weiter tun, wofür sie uns inhaftiert haben. Wir wollen ihn weiterhin vertreiben.“ Sie sei dafür, dass der vergangene Woche freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski für die Präsidentschaft kandidiere.

Sie stimme mit dieser Haltung überein, sagte Maria Aljochina. Die 25-Jährige war nach ihrer Freilassung aus dem Straflager in Nischni Nowgorod über Moskau in die sibirische Stadt Krasnojarsk gereist, wo Tolokonnikowa zuletzt inhaftiert war. Am Freitag kehrten sie dann gemeinsam mit dem Flugzeug in die russische Hauptstadt zurück. Die beiden Frauen waren am Montag aufgrund eines vom Parlament beschlossenen Amnestiegesetzes vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Die beiden Musikerinnen und Aktivistinnen waren im Februar 2012 nach einer Protestaktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegen Putin und die orthodoxe Kirche wegen „Rowdytums“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ihre ebenfalls wegen der Aktion verurteilte Mitstreiterin Jekaterina Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei. Die Urteile hatten weltweit Proteste ausgelöst.

Die beiden Mütter kleiner Kinder verbrachten ihre Haftzeit in Straflagern weit entfernt von ihren Familien. Nach ihrer Freilassung gaben sich beide Frauen weiter kämpferisch. Aljochina kritisierte die Amnestie als einen „PR-Trick“ Putins vor den Olympischen Winterspielen 2014 in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Tolokonnikowa rief dazu auf, das Sportereignis zu boykottieren, und kritisierte, ganz Russland sei ein „einziges Straflager“.

Der frühere Oligarch und Kreml-Kritiker Chodorkowski war vergangene Woche nach mehr als zehn Jahren Haft überraschend von Putin begnadigt und freigelassen worden. Er reiste daraufhin nach Berlin aus. Bei seiner Freilassung hatten der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und die Bundesregierung eine wichtige Rolle gespielt.

Chodorkowski soll Präsident werden
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22 Kommentare zu "Freigelassene Musikerinnen: Pussy Riot wollen weiter gegen Putin kämpfen"

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  • Was die russische Justiz bei Frau Tolokonnikowa wohl augenscheinlich nicht bedacht hat, ist die Tatsache, dass man eine Obdachlose nicht damit bestrafen kann, dass man ihr zwei Jahren ein geheiztes Zimmer mit drei geregelten Mahlzeiten verabreicht.

  • Narzistische Selbstdarsteller ohne Rücksicht auf die Gefühle und Meinung anderer Menschen. Lebensmitteldiebstahl wird von der guten Dame als legitimes Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts angesehen. Wer hat sich eigentlich um ihre Tochter gekümmert als sie zwei Jahre im Knast war.

  • was heisst denn hier gegen putin kämpfen?
    diese aus meiner sicht kranken frauen gehen in ein museum um gruppensex zu vollziehen, stecken sich ein totes huhn in die Vagina und singen alle Polizisten sollen verreck**.
    Dann pissen die auf ein Kreuz und verhöhnen die christen.
    Aus meiner Sicht ist das nichts weiteres als getue pubertierender geisterkranker die das tun was sie tun weils einfach ist. Andere beleidigen (die nicht zurückschlagen) und die beine breit machen ist keine Kunst.

  • Wozu der ganze Quatsch? Schön wie man von den eigenen Problemen ablenken kann, wir sind ja so gut und überhaupt uns gehört die Welt.

  • Eine Synagoge? Das wäre wohl anti-semitisch und würde das Existenzrecht von Israel gefährden. Mossad würde eingreifen.
    Eine Moschee?
    Schon wegen einer Karikatur werden die Strassen in Flammen gesetzt. Ich will gar nicht denken, welchen Hass einen Punk-Song in der Moschee hervorrufen wird.

    Hier werden Christen im eigenen Land wieder diskriminiert und gegen Christen gehetzt, aber wir sollen es brav gutheissen.

  • Man gehe hier bei diesem Video auf youtube vom Anfang etwas weiter, so dass man die Aufschriften auf den Mikrofonen sehen kann - DW, RTL, NTV, etc. Seltsam, oder etwa nicht dieses grosse Interesse hier in unserem Lande?

    http://www.youtube.com/watch?v=JqFS0YXmYjY

  • Wenn's um "Arbeitslager" geht, dann sind die Deutschen weit voraus.

    Und überhaupt, wer das Wort "Arbeitslager" und "Russland" im gleichen Satz nimmt, dann hat er das 100% im Staatsfernsehen/Staatsrundfunk gelernt, und wiederholt brav die Staatspropaganda. Kein deutscher Michel kommt eigenhändig auf solche Gedanken. Aber die Deutschen sind ein braves Volk. Schon vor 70 Jahren haben sie brav gefolgt. Jetzt tun sie es wieder. Am Zeitgeist hat sich nichts geändert.

  • Schon die Bezeichnung "Aktivistinnen" ist für den gesunden Menschenverstand eine Zumutung.
    Es handelt sich hier um Kriminelle die eine religiöse Einrichtung geschändet haben.
    Was würden die deutschen Medien wohl berichten, wenn die Aktion in einer Synagoge oder einer Moschee stattgefunden hätte?

  • Bin vom russischen Arbeitslager, genau wie Putin ... bitter enttäuscht!

  • Ist es nicht ein wenig albern, diese zwei Mädchen so wichtig zu nehmen?

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