Freigelassene Musikerinnen
Pussy Riot wollen weiter gegen Putin kämpfen

Wladimir Putin hat die Pussy-Riot-Mitglieder begnadigt – aber sie kennen keine Gnade für Putin. Nadeschda Tolokonnikowa wünscht sich, dass Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski für die Präsidentschaft kandidiert.
  • 22

MoskauDie Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot wollen weiter Präsident Wladimir Putin von der Macht vertreiben. „Was Wladimir Putin betrifft, hat sich unsere Haltung zu ihm nicht geändert“, sagte die 24-jährige Nadeschda Tolokonnikowa am Freitag bei einer Pressekonferenz in Moskau mit ihrer Bandkollegin Maria Aljochina. „Wir wollen weiter tun, wofür sie uns inhaftiert haben. Wir wollen ihn weiterhin vertreiben.“ Sie sei dafür, dass der vergangene Woche freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski für die Präsidentschaft kandidiere.

Sie stimme mit dieser Haltung überein, sagte Maria Aljochina. Die 25-Jährige war nach ihrer Freilassung aus dem Straflager in Nischni Nowgorod über Moskau in die sibirische Stadt Krasnojarsk gereist, wo Tolokonnikowa zuletzt inhaftiert war. Am Freitag kehrten sie dann gemeinsam mit dem Flugzeug in die russische Hauptstadt zurück. Die beiden Frauen waren am Montag aufgrund eines vom Parlament beschlossenen Amnestiegesetzes vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Die beiden Musikerinnen und Aktivistinnen waren im Februar 2012 nach einer Protestaktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegen Putin und die orthodoxe Kirche wegen „Rowdytums“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ihre ebenfalls wegen der Aktion verurteilte Mitstreiterin Jekaterina Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei. Die Urteile hatten weltweit Proteste ausgelöst.

Die beiden Mütter kleiner Kinder verbrachten ihre Haftzeit in Straflagern weit entfernt von ihren Familien. Nach ihrer Freilassung gaben sich beide Frauen weiter kämpferisch. Aljochina kritisierte die Amnestie als einen „PR-Trick“ Putins vor den Olympischen Winterspielen 2014 in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Tolokonnikowa rief dazu auf, das Sportereignis zu boykottieren, und kritisierte, ganz Russland sei ein „einziges Straflager“.

Der frühere Oligarch und Kreml-Kritiker Chodorkowski war vergangene Woche nach mehr als zehn Jahren Haft überraschend von Putin begnadigt und freigelassen worden. Er reiste daraufhin nach Berlin aus. Bei seiner Freilassung hatten der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und die Bundesregierung eine wichtige Rolle gespielt.

Seite 1:

Pussy Riot wollen weiter gegen Putin kämpfen

Seite 2:

Chodorkowski soll Präsident werden

Kommentare zu " Freigelassene Musikerinnen: Pussy Riot wollen weiter gegen Putin kämpfen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was die russische Justiz bei Frau Tolokonnikowa wohl augenscheinlich nicht bedacht hat, ist die Tatsache, dass man eine Obdachlose nicht damit bestrafen kann, dass man ihr zwei Jahren ein geheiztes Zimmer mit drei geregelten Mahlzeiten verabreicht.

  • Narzistische Selbstdarsteller ohne Rücksicht auf die Gefühle und Meinung anderer Menschen. Lebensmitteldiebstahl wird von der guten Dame als legitimes Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts angesehen. Wer hat sich eigentlich um ihre Tochter gekümmert als sie zwei Jahre im Knast war.

  • was heisst denn hier gegen putin kämpfen?
    diese aus meiner sicht kranken frauen gehen in ein museum um gruppensex zu vollziehen, stecken sich ein totes huhn in die Vagina und singen alle Polizisten sollen verreck**.
    Dann pissen die auf ein Kreuz und verhöhnen die christen.
    Aus meiner Sicht ist das nichts weiteres als getue pubertierender geisterkranker die das tun was sie tun weils einfach ist. Andere beleidigen (die nicht zurückschlagen) und die beine breit machen ist keine Kunst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%