Freihandel
EU-Firmen bangen um China-Geschäft

Weil die Regierung in Peking den Reformkurs stark gebremst hat, bangen europäische Firmen um ihre Geschäfte. Nach Darstellung der EU-Kammer in Peking entgehen den EU-Unternehmen durch die restriktive Politik Aufträge in Milliardenhöhe.

PEKING. Europäische Firmen drängen China zu einer weiteren Öffnung seiner Absatzmärkte. Vor dem Hintergrund der globalen Krise seien Wirtschaftsreformen "nötiger als je zuvor", stellt die Pekinger EU-Kammer in ihrem diesjährigen Positionspapier fest. Nur so bleibe China für ausländische Firmen weiter ein attraktiver Investitionsstandort und könne Peking den angestrebten Umbau seiner Wirtschaft schaffen.

Auslöser für diesen Vorstoß ist eine Umfrage unter den europäischen Firmen, die ein besorgniserregendes Bild ergeben hat: Nach Ansicht der meisten Unternehmen hat sich über die vergangenen zwölf Monate in China ein Abflauen der Reformgeschwindigkeit gezeigt. "Auch das Gespenst des Protektionismus geht um", heißt es in dem Kammer-Report.

Viele europäischen Firmen seien sehr besorgt über die Bevorzugung lokaler Firmen bei jüngsten Ausschreibungen im Reich der Mitte. Denn das kommt für ausländische Firmen zu einem sehr ungüstigen Zeitpunkt, stellt die Kammer in ihrer 500 Seiten umfassenden Studie klar. Viele Hersteller aus Europa setzen nämlich gerade jetzt auf eine Karte - auf den Zukunftsmarkt China.

Nach einer Hochrechnung der Kammer haben europäische Anbieter in China schon vor Beginn der Finanzkrise vor einem Jahr durch Pekings Handelsbarrieren rund 21 Mrd. Euro jährlich im China-Geschäft verloren. Mit neuen Markthürden dürfte der Schaden, der laut Kammer bereits ein Viertel der gesamten EU-Exporte nach China entspricht, weiter zugenommen haben.

Als Beispiele nennt der Report unter anderem den Bereich Umwelttechnik, einem stets mit guten Aussichten in China dargestellten Geschäft. Inzwischen macht sich hier aber Ernüchterung breit. Die Gebote von vier ausländischen Windkraftanlagenherstellern um Projekte im Wert von 5-Mrd.-Euro wurden vor einigen Monaten von den chinesischen Behörden abgelehnt. "Obwohl die Firmen Produktionen in China haben, fast nur lokale Zulieferer benutzen und in China Steuern zahlen", kritisiert Jörg Wuttke, Präsident der EU-Kammer.

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