Freihandel
Koreaner vermiesen Obama den Erfolg

Eigentlich wollte US-Präsident Barack Obama zumindest mit diesem Erfolg in der Tasche aus Seoul zurückkehren: Einem Fortschritt bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Korea. Doch Obama und sein koreanischer Amtskollege Lee Myung Bak scheiterten dabei, endlich den Weg für das Abkommen freizumachen.
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HB WASHINGTON. Seit 2007 liegen drei unterschriebene Freihandelsabkommen im amerikanischen Kongress, werden dort aber nicht ratifiziert: Jene mit Kolumbien, Panama und als wichtigstes allerdings jenes mit Korea. Doch auch bei dem Gespräch auf höchster Ebene gelang es erneut nicht, die Hürden zu überwinden, die eine endgültige Verabschiedung blockieren. Aus amerikanischer Sicht sind es die Koreaner, die für die Probleme verantwortlich sind. Sie wollen den amerikanischen Exporteuren nicht den erforderlichen freien Marktzugang gewährleisten.

Seit 2003 beschränkt Korea massiv Fleischlieferungen aus den USA. Formal war damals der Grund der erste Fall von Rinderwahn in den USA. Tatsächlich aber hätten seither schon längst die Einfuhrhürden wieder gelockert werden müssen. Doch als dies einmal 2008 geschah und US-Erzeuger Fleisch nach Korea lieferten musste sich Präsident Lee dafür später sogar öffentlich entschuldigen. Zu hoch schlugen die Wellen der Empörung in der koreanischen Bevölkerung. Zehntausende Menschen säumten damals die Straßen und protestierten mit Lichterketten gegen die Importe aus Amerika.

Der amerikanische Handelsbeauftragte Ron Kirk hatte seit Anfang der Woche mit seinen koreanischen Partnern verhandelt, um in letzter Minute noch eine Übereinkunft zu erzielen. Schließlich hatte Obama selbst schon im Juni öffentlich gesagt, dass er bis zum G 20-Gipfel im November auf einen Erfolg hoffe. Doch auch Kirk kam in Seoul nicht voran. Die erforderlichen Zusagen wollte oder konnte die koreanische Seite nicht geben.

Mit knapp 68 Mrd. Dollar wäre das Freihandelsabkommen mit Korea das größte derartige Abkommen seit der Vereinbarung über die Nordatlantischen Freihandelszone Nafta im Jahr 1994. Für Obama wäre ein Erfolg auch politisch enorm wichtig gewesen. Denn der Präsident hatte letztes Jahr angekündigt, den amerikanischen Export bis zum Jahr 2014 verdoppeln zu wollen. Zur Erreichung dieses Ziels spielt der koreanische Absatzmarkt eine entscheidende Rolle.

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