Freiheit für Gilad Schalit
Das Ende eines Martyriums

Fünf Jahr lang war er ein Gefangener der Hamas, jetzt kommt der israelische Soldat Gilad Schalit frei. Familie und Freunde feiern die Rückkehr des verlorenen Sohnes, aber Israel bezahlt dafür einen hohen Preis.
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Tel AvivNach mehr als fünf Jahren endet das Martyrium des Gilad Schalit. Der im Juni 2006 von der palästinensischen Hamas entführte Soldat soll „in den kommenden Tagen lebend und heil zu seiner Familie und seinem Volk zurückkommen“, wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstagabend bestätigte. Im Gegenzug sollen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge freikommen – unter ihnen wohl auch solche, die Israel als Terroristen betrachtet.

Nach stundenlangen Debatten hatte das Kabinett von Netanjahu in der Nacht zum Mittwoch den Weg für den Gefangenenaustausch frei gemacht. 26 Minister stimmten dafür und drei dagegen. Bereits am vergangenen Donnerstag hatten Unterhändler beider Seiten nach Vermittlung durch die ägyptische Regierung in Kairo eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, am Dienstag dann folgte die endgültige Einigung.

„Ich übermittle meinen besonderen Dank an die ägyptische Regierung und ihren Geheimdienst, die sehr geholfen haben“, sagt Netanjahu. Er dankte ausdrücklich auch dem deutschen Unterhändler sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Unterstützung. Deutschland hatte in den vergangenen Jahren immer wieder zwischen beiden Seiten vermittelt.

Israelische Medien berichteten, Netanjahu habe sich am Dienstagmittag mit Noam Schalit, dem Vater des entführten Soldaten, getroffen. Bei dem sehr emotionalen Gespräch habe er Schalit über den geplanten Tauschhandel informiert. Nach den Berichten über eine Einigung mit Hamas brach in dem Protestzelt, in dem die Familie des Soldaten sowie Freunde und Unterstützer seit Monaten vor Netanjahus Amtssitz ausharren, großer Jubel aus.

Die Familie reagierte jedoch zunächst vorsichtig. „Wir sind sehr optimistisch und sehr glücklich, aber tief drinnen sitzt immer noch die Angst, dass etwas schiefgehen könnte“, sagte die Freundin von Schalits Bruder Joel. „Für uns ist der echte Test erst bestanden, wenn Gilad nach Hause kommt“, sagte der Burder selbst. Allzu oft hatten in den vergangenen Jahren Falschmeldungen Anlass zu vergeblicher Hoffnung geboten.

Kommentare zu " Freiheit für Gilad Schalit: Das Ende eines Martyriums"

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  • Ich bin jetzt gespannt wer schneller ist, die Israelis mit der Verhaftung von 1000 andere Palästinenser oder die Amas mit der Entführung eines anderen israelischen Soldat.
    Ich tippe auf die Israelis!

  • Im Gegenzug sollen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge freikommen – unter ihnen wohl auch solche, die Israel als Terroristen betrachtet....
    Fünf Jahr lang war er ein Gefangener der Hamas, jetzt kommt der israelische Soldat Gilad Schalit frei. (Zitate)

    Gut das Gilad Schalit nun freikommt. Aber auf der einen Seite 1 gegen 1000 weitere "Seelen" aufzurechnen, ist etwas billig, wenn man so etwas mit Preisen überhaupt vergleichen kann?

    Da fragt man sich so gleich - Warum sind also 1001 Gefangene
    fünf Jahre hinter Schacheldraht und welche Torturen gehalten und durchgeführt worden.

    Allerdings kann man über jegliche Schuldzuweiseung stattgefundener Inhaftierung nun dazu wenig sagen, denn
    eine internationale Rechtsprechung ist in keinem Fall erfolgt.

    Um welche Gefangennahme es sich auch immer handeln mag, solche Gefangenschaft oder Tötungen wären eingehend durch die UN nachträglich zu prüfen. Also 1 zu 1000 - das drückt doch von vornherein
    unwillkürlich zunächst ein Unverständnis bestehender katastrophaler Verhältnisse aus.

  • Ich freue mich für Gilad und seine Familie.
    Ich freue mich aber NICHT fuer die vielen Toten, die es dank dieses Deals geben wird und ich freue mich auch NICHT fuer die zukünftigen Soldaten, die dank dieses Deals entführt werden (denn es zeigt sich ja, dass es sich lohnt).
    Und ich freue mich auch nicht fuer alle Familienangehörige, die dank dieser Terroristen, die jetzt freigelassen werden, ihre Lieben verloren haben.

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