Freilassung geplatzt
US-Angriff auf Fahrzeugkonvoi mit französischen Geiseln im Irak

Die US-Armee hat im Irak einen Fahrzeugkonvoi angegriffen. In einem der Fahrzeuge saßen angeblich die beiden entführten französischen Journalisten. Laut Medienberichten wurden mehrere Menschen getötet.

HB BERLIN. Im Irak soll ein Konvoi mit den entführten französischen Geiseln beschossen worden sein. Der arabische Fernsehsender Al Dschasira berichtet, die US-Armee habe die Farhrzeugkolonne auf ihrem Weg nach Syrien angegriffen.

Bei dem Beschuss seien sechs Begleiter des Konvois ums Leben gekommen. Die Franzosen Christian Chesnot und Georges Malbrunot seien dagegen unverletzt, heißt es dem Bericht zufolge. Al Dschasira beruft sich auf Angaben eines französischen Vermittlers. Demnach hat der Abgeordnete Didier Julia dem Sender den Vorfall geschildert.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, Julia habe in Damaskus zu dem Angriff erklärt, bei den sechs Getöteten habe sich um irakische Entführer gehandelt. Die geplante Freilassung sei jedoch wegen des Vorfalls nicht zu Stande gekommen. Wo sich der Angriff auf den Konvoi zugetragen haben soll, sagte Julia nicht. Seinen Angaben zufolge sollten die zwei verschleppten Journalisten in die syrische Hauptstadt gebracht und freigelassen werden.

Die US-Streitkräfte im Irak erklärten laut AP, ihnen lägen keine Berichte vor, die die Darstellung Julias stützten. Das französische Außenministerium wollte sich am Abend nicht äußern.

Zuvor hieß es es in Medienberichten, eine Freilassung der Geiseln stehe kurz bevor. Der französische Privatvermittler Philippe Brett, sagte in einem Telefoninterview des französischen Rundfunksenders Europe-1, er sei bei den Geiseln. «Ich denke, dass ich in knapp zehn Stunden mit großem Vergnügen etwas mitteilen kann.»

Brett arbeitet den Angaben zufolge im Auftrag des Abgeordneten Didier Julia, der als Vertreter von Chiracs Partei UMP im Außenpolitischen Ausschuss der Nationalversammlung sitzt und ein langjähriger Freund des ehemaligen irakischen Außenministers Tarik Aziz sein soll.

Julia flog am Donnerstag nach Damaskus. Mitte der Woche hatte Brett erklärt, die Geiseln kämen frei, sobald die USA einen Luftkorridor einrichteten. Die französische Regierung hat sich von Bretts und Julias Initiative distanziert.

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