Freilassung und prominente Unterstützung
Geiseln im Irak dürfen hoffen

Zwei im Irak verschleppte Journalisten aus Indonesien sind nach unbestätigten Angaben ihrer Entführer wieder frei. Zuvor hatten die Entführer in einer Videoaufzeichnung die bedingungslose Freilassung ihrer Geiseln angekündigt.

HB JAKARTA/TRIPOLIS/KAIRO. Aus Ramadi, wo die Mitarbeiter des Senders Metro TV in der vorigen Woche entführt worden waren, verlautete am Montag, die Journalisten seien in die Obhut moslemischer Geistlicher übergeben worden. Die Stadt gilt als Hochburg irakischer Rebellen.

In dem von dem Sender ausgestrahlten Video sagte ein Moslem-Extremist, der neben der entführten Reporterin und dem Kameramann stand, auf arabisch: „Nach reiflicher Überlegung und zum Wohle der islamischen Freundschaft und weil die Indonesier den Irakern geholfen haben, haben wir entschieden, dass sie lange genug bei uns waren. Wir lassen sie ohne jede Bedingung frei. Gott ist groß.“ Seine Worte wurden von dem Sender ins indonesische übersetzt. Die indonesische Regierung erklärte, sie prüfe die Angaben.

Indonesien ist das Land mit der größten moslemischen Bevölkerung der Welt. Es gehörte zu den schärfsten Kritikern der US-geführten Invasion im Irak.

Die amerikanische Geisel im Irak Roy Hallums (56) bekommt derweilen prominente Unterstützung: Der libysche Staatschef Muammar el Gaddafi hat sich für die Freilassung eingesetzt. Der Revolutionsführer, der von den USA Jahrzehnte lang geächtet worden war, appellierte am Sonntagabend an die Entführer, den Amerikaner „im Namen des Islam und des Arabertums freizulassen, denn wer Gnade walten lassen kann, der soll dies tun“. Schließlich habe sich die Geisel für ihre Zusammenarbeit mit der US-Armee entschuldigt.

Hallums, der im Irak für eine saudiarabische Firma gearbeitet hatte, war im vergangenen November in Bagdad zusammen mit fünf Kollegen verschleppt worden. Vier von ihnen kamen inzwischen frei. Vor vier Wochen tauchte ein Video auf, in dem der Entführte arabische Staatschefs um Hilfe bat. Konkret nannte er Gaddafi, „weil er dafür bekannt ist, dass er denen hilft, die leiden“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%