Freizügigkeit in der EU: „Wir Bulgaren sind nicht die größte Gefahr“

Freizügigkeit in der EU
„Wir Bulgaren sind nicht die größte Gefahr“

Droht Deutschland eine Armutszuwanderung aus Osteuropa? Missbrauchen Bulgaren und Rumänen die neue Freizügigkeit? Ein bulgarischer Unternehmer spricht über das Gefühl seiner Landsleute, nicht verstanden zu werden.
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In Europa geht die Angst um. Deutschland und andere westeuropäische Länder fürchten einen Ansturm von „Armutsmigranten“ aus Bulgarien und Rumänien. Ist diese Angst begründet?
Die Regel der Europäischen Union besagen seit Jahrzehnten: Das ist eine Union mit freiem Verkehr von Menschen, Dienstleistungen und Kapital. Heute ist aber die EU nicht bereit, die Rahmenbedingungen den alten Prinzipien anzupassen. Das bedeutet, in den vergangenen Jahren ging einiges schief.

Was ist denn schief gelaufen?
Nach der Erweiterung der EU durch Länder in Südosteuropa sollten die alten Mitgliedsländer nicht überrascht sein, dass Bulgaren ihre Heimat verlassen. Das ist normal, wenn die Gehälter in Westeuropa zehn Mal so hoch sind wie die in Bulgarien beziehungsweise Rumänien.




Glauben Sie, dass Deutschland und Westeuropa zu ängstlich in Sachen Migration sind?
Westeuropa ist ängstlich, weil Westeuropa sich den eigenen Problemen stellen muss. Ich glaube nicht, dass bulgarische oder rumänische Immigranten die größte Herausforderung in Europa sein werden.

Warum hinken Bulgarien und Rumänien in der EU so hinterher?
Wenn Bulgarien und Rumänien so viele Fördermittel aus Brüssel bekommen hätten, wie beispielsweise Spanien, Portugal oder Griechenland stünden sie heute besser. Ich begreife diese Ungleichbehandlung als Ungerechtigkeit. Ich akzeptiere nicht die Meinung einiger, dass wir Bulgaren oder Rumänen als die größte Gefahr der Europäischen Union dargestellt werden. Das ist überhaupt nicht wahr.

Bulgarien kassiert doch viele EU-Subventionen. Müssen Sie sich nicht auch Kritik gefallen lassen?
Nach meinen Berechnungen erhält Bulgarien derzeit nicht mehr Fördermittel als es in die EU-Kasse einzahlt. Statt die sozialen Unterschiede zwischen den reichen und den armen EU-Ländern zu verringern, wurden sie in den vergangenen Jahren noch vergrößert.

Kommentare zu " Freizügigkeit in der EU: „Wir Bulgaren sind nicht die größte Gefahr“"

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  • @ [...] Moderator bzw. Zensor oder sonstiger [...] !

    Ich habe folgenden Kommemntar geschrieben :

    "Zitat : „Wir Bulgaren sind nicht die größte Gefahr“

    - das ist eine
    absolut RICHTIGE AUSSAGE !

    Die GROESSTE GEFAHR in Europa ist die EU
    !!!!"

    Und das ist meine Meinung, an der ihr [...] nichts umzudeuten habt ! Das ist eben meine Meinung, die ihr zu akzeptieren habt, und nicht zu loeschen !

    [...] ? Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • meine Sarina,
    Ihnen wird entgangen sein, dass SIE keine Argumente haben. Ihre Meinung ist somit bedeutungslos. Sie sind eine klagende Auslaendehasserin! [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Seit 2 Jahren darf ich beruflich mit Kollegen aus Bulgarien zusammenarbeiten und dufte des öfteren nach Sofia reisen. Ich muss sagen, dass ich sehr angenehm überrascht von der Gastfreundlchkeit der Leute dort war. Mal ganz abgesehen davon, dass meine Kollegen dort sehr gut ausgebildet und fleissig sind...
    Umso beschämender finde ich es, welche ausländerfeindliche Parolen den Traum von einem gemeinsamen Europa bedrohen.
    Und macht sich von uns jemand Gedanken, was die Menschen in Bulgarien bewegt? Viele ihrer gut ausgebildeten Ärzte, Pflegekräfte, Ingenieure, usw. machen sich auf den Weg in unser reiches Land - und eben nicht nur Armutsflüchtlinge. Mit entsprechenden Folgen für die Versorgung und Wirtschaft in Bulgarien.
    Sicher gilt es das Problem dieser Armutsschicht und Gettoisierung zu lösen - aber wir sollten nicht mit einer Pauschaliserung der Osteuropäer als Schmarotzer ein uns freundlich gestimmtes Volk vor den Kopf stossen. Ansonsten wird ein gemeinsames Europa, das uns viele Vorteile beschert, eine Illusion bleiben.
    Ich für meinen Teil schäme mich für die ausländerfeindlichen Parolen einer Lokalpartei im Süden unserer Republik.

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