Fremdenlegion
Armee wie aus einer eigenen Welt

Frankreich fiebert der großen Militärparade am Nationalfeiertag entgegen. Zu den beliebtesten Teilnehmern gehört wieder die Fremdenlegion. Eine Einheit, die in ihrer eigenen Welt lebt. Unser Autor hat die Truppe besucht.
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ParisDie Tribüne ist schon fertig, der Ablaufplan steht: Wie in jedem Jahr werden Frankreichs Jagdflieger, Kampfflugzeuge und Transporter wieder am 14. Juli, dem Nationalfeiertag, mit ihrem dröhnenden Tiefflug über Paris die Langschläfer aus den Betten werfen. Danach ziehen die Kunstflieger der „Patrouille de France“ farbige Spuren in den Himmel. Am Boden lässt die Organisation – gutgeheißen vom Präsidenten persönlich – sich etwas Neues einfallen. Zum ersten Mal werden die Mitglieder der drei Eliteeinheiten von Polizei und Gendarmerie teilnehmen und sogar die Parade anführen.

Die Einsatzkommandos stellten und töteten nach einer Tage langen Verfolgungsjagd im Januar die drei Terroristen, die Anschläge auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“, eine Polizistin und einen jüdischen Supermarkt verübt und dabei 17 Menschen ermordet hatten. In der französischen Öffentlichkeit genießen die Spezialkräfte seit den Attentaten großes Ansehen.

Ihre Teilnahme an der Parade stößt dennoch auf eine Schwierigkeit: Ob Soldat oder Polizist, jeder, der am 14. Juli über die Champs Elysées marschiert, muss es mit offenem Gesicht tun, nicht vermummt. Die Eliteeinheiten aber treten in der Öffentlichkeit stets nur mit Sturmhauben getarnt auf. Man fand einen Kompromiss: Die Fahnenträger der drei Einheiten werden ohne Tarnmasken marschieren, alle anderen Elitepolizisten mit ihren gewohnten Sturmhauben.

Wieder mit von der Partie ist ein Teil der Armee, dem die Franzosen stets heftig applaudieren: die Fremdenlegion. Bärtige Männer mit langen Lederschürzen und schweren Beilen, die wie archaische Schlachter die bekannteste Avenue von Paris hinunterlaufen, die von Zehntausenden Franzosen gesäumt wird. Anders als in Deutschland hat man in Frankreich kein Problem damit, Uniformen zu bejubeln, quietschende Panzer zu bestaunen, die das Pflaster malträtieren und sich an wehenden Fahnen zu berauschen. Die Armee wird gefeiert. Von ihrem Alltag, der teils öde, teils lebensgefährlich ist, wollen allerdings auch die Franzosen nichts wissen: Die Wirklichkeit des Krieges wird verdrängt.

Die Fremdenlegionäre mit ihrem leicht schwankenden, bedächtigen Marschtritt sind eine besondere Spezies. Sie sind beim Publikum äußerst beliebt. Jedes ihrer Attribute hat seine Bedeutung: Der Bart soll die Weisheit das Alters symbolisieren, die Lederschürze steht für den Schmied, der die Waffen herstellt und das Beil für den Zimmermann, der die Truppe im Einsatz mit einer improvisierten Behausung versorgt.

Vor kurzem hatte die Legion zum ersten Mal eine Handvoll ausländischer Journalisten an ihren Standort in Aubagne bei Marseille eingeladen. Man taucht ein in eine sehr fremde Welt, die auch nach anderthalb Tagen intensiver Gespräche schwer verständlich bleibt. Warum geht heute ein junger Mann zur Fremdenlegion, wo die Wahrscheinlichkeit, im Einsatz verwundet zu werden oder zu sterben, deutlich höher ist als in den meisten anderen Einheiten?

Was ist attraktiv an einer Truppe, die berühmt ist für ihre äußerst harte, manche sagen: brutale Ausbildung? Wer kann sich heute noch für die weißen Keppis und die sandfarbene Uniform der Legion begeistern, die in unzähligen Filmen und Chansons gefeiert wurde, aber heute ein Synonym ist für Kriege in Afrika, an die sich auch viele Franzosen nur noch mit Schaudern erinnern?

Schon die regulären Armeen haben in Europa und in den USA Probleme damit, genügend Nachwuchs zu werben. Wie muss es da erst bei der Legion aussehen, der Truppe, die im Ruf steht, auch Schwerverbrechern ihre Untaten zu vergeben und sie mit einer neuen Existenz auszustatten?

Kommentare zu " Fremdenlegion: Armee wie aus einer eigenen Welt"

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  • Er hieß Jean Danjou. Nicht Anjou. Bitte die Beschriftungen in der Bildstrecke berichtigen. Auch sind die Fallschirmjäger vor 1. REP nicht über Paris abgesprungen. Die Luftlandung hat nie stattgefunden, da es keine Luftwaffenmaschinen mehr in Algerien gab, da diese von der Luftwaffe vorher abgezogen wurden.

    Ich schlage dringend vor, den Artikel nochmal neu zu recherchieren und überarbeiten zu lassen, denn das ist eher peinlich.

    Und wenn man wirklich wissen will, was immer noch Männer dazu begeistert zur Legion zu gehen: Es handelt sich dabei tatsächlich noch im eine Armee. Nicht um einen Haufen politisch überkorrekter und durchgegenderter von Politoffizieren geführter Weicheier die erst mal den Rechtsberater fragen müssen, bevor sie tätig werden. Das erkennt man daran, dass der General auf die sichtbar dümmliche Frage nach "unrechtmäßigen" Einsätzen so antwortet, wie ich es von einem Soldaten erwarte: Er drückt klar aus, dass das für ihn keine Betrachtungsebene ist. Richtige Soldaten gehorchen, kämpfen, töten und sterben. Alles andere interessiert sie nicht... Und nebenbei, es gibt keine unrechtmäßigen Einsätze. Diese ganzen Erfindungen im Völkerrecht sind Humbug. Wenn sich die Alliierten in den 1940ern an die heute geltenden Regeln hätten halten müssen, dann würde Europa heute immer noch von einem nationalsozialistischen Deutschland unterdrückt. Seit man angefangen hat, sich (im Westen) an diese Regeln zu halten, hat man (im Westen) keinen Krieg mehr gewonnen. Denn wer einen Krieg gewinnen will, der muss so denken, wie der General. Einfach hingehen und kämpfen. Und zwar ohne Einschränkungen und Bedenken.

  • Militärparade,hä?
    Welch Anachronismus.
    Und darauf "fiebert"Frankreich hin?
    Mann,wir haben noch so viel zu tun,bis es einigermaßen vernunftbegabt zugeht.

  • Frankreich ist damals (1814/1815) dennoch recht glimpflich davongekommen.

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