Frieden im Nahen Osten
Israel offenbar zu Verhandlungen bereit

Israel scheint zu Friedensverhandlungen bereit zu sein - das deutet zumindest ein israelischer Regierungsvertreter an. Der Berater des palästinensischen Präsidenten Abbas hingegen bezeichnete diese Äußerung als belanglos.
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Tel Aviv/Ramallah/WashingtonDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seinen Widerstand gegen Friedensvorschläge von US-Präsident Barack Obama offenbar aufgegeben. Einen Monat vor dem geplanten Antrag der Palästinenser auf Aufnahme in die Vereinten Nationen deutete ein Regierungsvertreter in Jerusalem am Dienstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa an, Israel sei zu Verhandlungen auf der Grundlage der Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 mit entsprechendem Gebietsaustausch bereit.

Eine offizielle Äußerung der Regierung gab es jedoch zunächst nicht. Die USA reagierten zunächst zurückhaltend. Washington sei offiziell nicht informiert, sagte Außenamtssprecher Mark Toner. Toner meinte lediglich, die USA wollten, dass Palästinenser und Israelis wieder an den Verhandlungstisch kommen. „Wir sprechen mit beiden Parteien darüber, wie die Verhandlungen wieder in Gang kommen könnten. Wir setzen diese Gespräche fort.“

Die Palästinenser reagierten zunächst misstrauisch. Der Berater von Palästinenserpräsident Machmud Abbas, Nabil Schaat, bezeichnete die Äußerungen als bedeutungslos. „Netanjahu hat nichts anzubieten“, sagte er.

Als Obama in einer Rede am 22. Mai in Washington die Grenzen von 1967 mit Gebietsaustausch als Ausgangsbasis für Gespräche genannt hatte, war er bei Netanjahu noch auf entschiedenen Widerstand gestoßen. Die Grenzen von 1967 seien nicht zu verteidigen, hatte Netanjahu seine Ablehnung damals begründet. Nun sagte der Regierungsvertreter, der seinen Namen nicht genannt haben wollte, jedoch: „Israel würde eine Sprachregelung zur Grenzfrage nicht zurückweisen, die derjenigen in Obamas Rede vor der AIPAC (jüdischer Lobbyverband in den USA) ähnelt.“

Zugleich aber müsse natürlich auch festgelegt sein, dass das Ziel der Verhandlungen „zwei Staaten für zwei Völker mit einem jüdischen Staat Seite an Seite mit einem palästinensischen Staat“ sein müsse. Israel sei bereit, „schwierige“ Bedingungen für Gespräche zu akzeptieren.

„Wir gehen davon aus, dass die Palästinenser ihr Vorhaben für eine einseitige Anerkennung eines Staates in den Vereinten Nationen aufgeben, wenn wir (mit der Wiederaufnahme der Friedensgespräche) Erfolg haben“, fügte der Regierungsvertreter hinzu.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • moderne israelis wissen schon lange,dass nur eine zweistaatenlösung mit jerusalem als hauptstadt sowohl für israelis wie auch für palestinenser weiterführt. dies ist letztlich die klügere lösung,wenn man in eine proaktive entwicklung dauerhaft einsteigen will.
    u.u. ist das zeitfenster jetzt günstig : arabischer frühling , aufruhr in syrien und nicht zu unterschätzen die neue innerisraelische protestbewegung,die wohl die kraft haben wird israel von innen zu ändern.netanjahu probt schlict die flucht nach vorn.

  • Prof. Bernard Lewis, Commentary Magazine, Januar 1975:



    „Seit dem Ende des jüdischen Staates in der Antike bis zum Beginn der britischen Herrschaft war die Gegend, die heute durch den Namen Palästina gekennzeichnet wird, kein Staat und hatte keine staatlichen, sondern lediglich Verwaltungsgrenzen…“

    Fazit

    Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem gab es also durchgehend ein – häufig sogar blühendes – jüdisches Leben in Palästina. Und nur weil die Araber ab 638 und später die Türken nicht nur in Palästina eingedrungen und fürchterlich gewütet haben, glauben sie sich heute als Ureinwohner und sprechen den Juden die Existenz in ihrem Heimatland ab.

    All diese Fakten belegen, dass die muslimischen Palaraber eigentlich wenig Ansprüche auf das Land haben, Israels Rechte und die internationale Geburtsurkunde aber besiegelt wurde durch: .....

    http://tangsir2569.wordpress.com/2010/11/10/wem-gehort-das-land-israel/

  • Legitimation durch den Völkerbund

    Als der Völkerbund 1922 das Mandat an England übertrug, legte er in Artikel 6 ausdrücklich fest, dass die „Verwaltung Palästinas in Zusammenarbeit mit der Jewish Agency eine dichte Besiedlung des Landes durch Juden fördern sollte, einschließlich der im Staatsbesitz befindlichen Böden und des Ödlandes, soweit dieses nicht für öffentliche Zwecke gebraucht wird“. Es ist erstaunlich, wenn man von diesen Tatsachen heute nichts mehr wissen will und sich auch nicht die Mühe macht, nachzuprüfen, wie die Sache mit dem Land-Austausch denn wirklich war.

    Dafür übernimmt man lieber die stereotypen palästinensischen Lügen, die dem Staat Israel vorwerfen, er habe die Palaraber gewaltsam von Haus und Hof vertrieben – obwohl dies durch die arabischen Feudalherren geschah, die auch heute noch das Sagen haben, um durch ihre muslimischen Lügen die eigenen Verbrechen von vor über 80 Jahren zu vertuschen und auf Israel zu schieben.

    Hier einige weiterführende Nachschlagseiten zum Thema Israel:

    Mythen und Tatsachen über Israel

    Israels Wurzeln

    Aufklärung über Israel

    Nahost-Friedensprozess-Historie

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