Frieden und Wandel weit enfernt
Bush sucht bei G8-Gipfel Verbündete für seine Visionen

Der G8-Gipfel in der kommenden Woche auf Sea Island im US-Bundesstaat Georgia wird nicht leicht für George W. Bush. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands werden versuchen einen Konsens über die Nahostpolitik zu finden.

HB WASHINGTON. Besonders US-Präsident George W. Bush hatte für das G8-Treffen auf dieses Thema gedrängt. Denn ein Wandel im Nahen und Mittleren Osten sei notwendig, „weil Extremismus und Terrorismus... die nationalen Interessen aller G8-Mitglieder bedrohen“, wie es in einem bekannt gewordenen US-Resolutionsentwurf für den Gipfel heißt.



Bush sucht Unterstützung für seine „Vision“ eines befriedeten und demokratischen Nahen Ostens, der Region, die nicht nur nach Ansicht der USA „für die nächsten Jahrzehnte die gefährlichste Region bleibt, ...mit dem Potenzial, die Welt ins Chaos zu stürzen“ (so der ehemalige US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski). Für Deutschlands Botschafter in den USA, Wolfgang Ischinger, ist eine gemeinsame Strategie für den Nahen und Mittleren Osten der „Lackmus- Test... für einen neuen transatlantischen Konsens“.



Aber in der sonnenbeschienenen Abgeschiedenheit der luxuriösen Hotelanlage auf Sea Island wird der Gipfel überschattet von den Wirren im Irak, dem enormen Imageschaden für die USA nach dem Skandal in dem Gefängnis von Abu Ghoreib und dem Mangel einer Friedens- Perspektive für Israelis und Palästinenser. Entsprechend bescheiden sind die Erwartungen: „Eine Selbstverpflichtung aller Gipfelteilnehmer, aktiv an der Neugestaltung des Nahen Ostens mitzuwirken, wäre nach all den Differenzen schon ein Erfolg“, meinen Diplomaten in Washington.



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