Friedensabkommen mit Israel
Carter macht Hoffnung auf Nahost-Lösung

Überraschende Nachricht aus Nahost: Die radikalislamische Bewegung ist laut ehemaligem US-Präsident Jimmy Carter bereit zu einem Friedensabkommen mit Israel, wenn sich die Palästinenser in einer Volksabstimmung dafür aussprechen.

HB JERUSALEM. Ungeachtet der Gewalt im Gazastreifen hat der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter Hoffnungen auf einer Ausweg aus der Nahost-Krise gemacht. Nach seinen Worten ist die radikal-islamische Hamas bereit, einen Palästinenser-Staat in den Grenzen von 1967 zu akzeptieren. Der 84-Jährige erreichte in seinen mehrtägigen Gesprächen mit den Extremisten aber weder einen Waffenstillstand noch die Freilassung eines israelischen Soldaten, den die Hamas seit bald zwei Jahren als Geisel festhält.

Es gebe keinen Zweifel daran, „dass sowohl die arabische Welt und die Palästinenser, einschließlich der Hamas, Israels Recht auf ein Leben in Frieden innerhalb der Grenzen von 1967 akzeptieren werden“, sagte Carter in Jerusalem. Einzige Bedingung der Extremisten sei, dass ein Friedensvertrag in einer palästinensischen Volksabstimmung verabschiedet werde.

„Dies bedeutet, dass die Hamas die Bemühungen von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas um eine Vereinbarung nicht untergraben wird“, sagte der Friedensnobelpreisträger weiter. Dies gelte auch für den Fall, dass die Hamas mit Teilen des Vertrages nicht einverstanden sei.

Ein hochrangiger Vertreter der Extremisten im Gazastreifen machte jedoch Abstriche: An dem Referendum müssten auch alle Palästinenser im Exil teilnehmen, erklärte Sami Abu Zuhri. Dies würde die Chancen auf eine Annahme eines Vertrags deutlich verringern, weil die Frage einer Rückkehr der Millionen Flüchtlinge zu den strittigsten Themen gehört. Abu Zuhri betonte zudem, ein Staat im Westjordanland und im Gazastreifen werde nur eine vorübergehende Lösung sein. Die Hamas kämpft für eine Zerstörung des jüdischen Staates und lehnt die bisherigen Vereinbarungen mit Israel ab. Deshalb wird sie international boykottiert.

Carter sagte, in seinen Gesprächen mit der Hamas-Führung sei nicht von einer vorübergehenden Lösung die Rede gewesen. Er wurde von Israel und der US-Regierung scharf für sein Treffen unter anderem mit Hamas-Chef Chaled Maschaal kritisiert. Nach den Gefechten am Wochenende tötete die israelische Armee nach palästinensischen Angaben bei einem Angriff im nördlichen Gazastreifen einen weiteren Hamas-Kämpfer. Eine Militärsprecherin bestätigte den Zusammenstoß nahe dem Grenzort Beit Hanun. 30 weitere Palästinenser seien zu Verhören festgenommen worden, sagte sie.

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