Friedensbotschaft
Verwirrung um angeblichen Mursi-Brief

Israel veröffentlicht einen Brief des ägyptischen Präsidenten mit einer Friedensbotschaft. Mursi dementiert. Wer sagt die Wahrheit? Das Thema ist heikel - nicht nur für Mursi.
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Jerusalem/ KairoDas ägyptische Präsidialamt hat die Existenz einer „Friedensbotschaft“ von Präsident Mohammed Mursi an seinen israelischen Amtskollegen Schimon Peres dementiert. „Alles was dazu in israelischen Zeitungen und auf einigen ägyptischen Webseiten veröffentlicht wurde, ist erfunden und ohne Faktengrundlage“, sagte der Präsidentensprecher Jasser Ali laut ägyptischen Medienberichten vom Mittwoch.

Die israelische Seite betonte jedoch, der Brief sei von der ägyptischen Botschaft in Tel Aviv überreicht worden. Die diplomatische Vertretung habe sogar der Veröffentlichung zugestimmt. Dass jetzt ein Dementi komme, sei angesichts des großen Medieninteresses an dem Schreiben nicht überraschend, sagte ein ranghoher Beamter unter der Maßgabe der Anonymität.

Das israelische Präsidialamt hatte am Vortag Passagen aus dem angeblichen Brief Mursis an Peres zitiert und ein Faksimile verbreitet. Darin soll der ägyptische Präsident zu „gemeinsamen Anstrengungen“ aufgerufen haben, um „den Nahost-Friedensprozess wieder flott zu machen“. Dabei gehe es darum, „Sicherheit und Stabilität für alle Völker der Region - inklusive des israelischen Volkes - zu ermöglichen“.

Diese Formulierung stach deshalb ins Auge, weil Mursi, ein Islamist und Ex-Funktionär der ägyptischen Muslimbruderschaft, damit das Existenzrecht Israels anzuerkennen schien. Damit hätte er sich auch deutlich von der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas abgesetzt. Sie war aus der ägyptischen Muslimbruderschaft hervorgegangen, streitet Israel jedoch das Existenzrecht ab.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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