Friedensgespräche angeboten
Netanjahu geht auf Palästinenser zu

Mit der Wahl von Benjamin Netanjahu fürchteten viele das schlimmste für den Friedensprozess im Nahen Osten. Doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer: Offenbar zum ersten Mal seit der Amtsübernahme sprach Netanjahu mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und bot ihm eine neue Runde von Friedensgesprächen an.

HB JERUSALEM/VATIKAN-STADT. Der neue rechtsorientierte israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine Zusammenarbeit für eine Friedenslösung angeboten. Netanjahus Büro teilte am Sonntag mit, Abbas habe den Likud - Vorsitzenden angerufen und ihm und seiner Familie zum jüdischen Pessach-Fest gratuliert. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei. Nach israelischen Medienberichten war es das erste Gespräch der beiden Spitzenpolitiker seit Netanjahus Amtsantritt im vergangenen Monat.

Netanjahu habe bei dem Telefonat mit Abbas an die Zusammenarbeit und die Gespräche erinnert, die beide in der Vergangenheit geführt hätten und erklärt, er wolle dies auch in Zukunft tun, im Bemühen um Fortschritte in Richtung eines Friedens zwischen Israel und den Palästinensern. Netanjahus Büro beschrieb das Gespräch als "freundlich und warm". Abbas betonte, beide Seiten müssten sich für den Frieden einsetzen.

Netanjahu hat sich bislang nicht zur Einrichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates bekannt. Er steht unter starkem internationalen Druck, den Friedensprozess mit den Palästinensern fortzusetzen. Der neue ultrarechte israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte erklärt, der Nahost-Friedensprozess mit den Palästinensern sei in seiner bisherigen Form beendet.

Der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, George Mitchell, wird in dieser Woche erneut in der Region erwartet. Anfang Mai will Netanjahu bei seinem Antrittsbesuch bei US-Präsident Barack Obama seine politische Sicht für Nahost darlegen. Er hält eine iranische Aufrüstung mit Nuklearwaffen für die größte globale Gefahr.

Papst Benedikt XVI. forderte in seiner Osterpredigt einen neuen Anlauf für einen Frieden in Nahost. Mit Blick auf seine im Mai anstehende Nahost-Reise sagte der Papst, er werde eine Botschaft der Versöhnung in das Heilige Land tragen. Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern sei schwierig, aber unumgänglich und zudem eine Voraussetzung für eine sichere Zukunft in friedlicher Koexistenz. Sie könne nur erreicht werden durch neue und ernsthafte Bemühungen zur Lösung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts.

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