Friedenskonferenz
Ban will Iran an Syrien-Verhandlungen beteiligen

Der Iran soll bei der Friedenskonferenz zur Syrien-Krise mitmachen. Uno-Generalsekretär Ban bezeichnete den Iran als „bedeutenden Partner der Region“. Die syrische Opposition droht aus anderen Gründen mit Boykott.
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New York/BeirutAn der Syrien-Konferenz Ende Januar in Genf muss nach Ansicht von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon auch der Iran teilnehmen. „Ich unterstütze das, weil das Land eine sehr wichtige Rolle spielen kann“, sagte Ban am Montag in New York. „Der Iran ist ein bedeutender Partner in der Region. Es ist nur logisch und realistisch, dass er auch Teil dieser Konferenz sein sollte.“ Vor allem die USA hatten Vorbehalte gegen Teheran, das wegen seines umstrittenen Atomprogramms noch Ziel mehrerer Uno-Sanktionen ist.

„Der Iran muss zum Erfolg der Konferenz beitragen, wie jeder andere auch“, sagte Ban. Alle Beteiligten dürften nur das Leiden des syrischen Volkes vor Augen haben und das Ziel, dieses Leiden zu beenden. „Die Verhandlungen werden schwierig, aber die Alternative wäre weiteres Blutvergießen. Deshalb müssen wir Erfolg haben.“ Er rief alle Bürgerkriegsparteien zur Mäßigung auf und forderte die Uno-Mitglieder auf, dem syrischen Volk und den Nachbarländern, die Hunderttausende Flüchtlinge aufgenommen haben, zu helfen.

Derweil drohte das Sammelbecken der gemäßigten syrischen Opposition hat mit einem Boykott der Friedenskonferenz, sollten die Regierungstruppen ihre Luftangriffe auf Aleppo nicht stoppen. „Wenn die Luftangriffe des Assad-Regimes und dessen Versuche, die syrische Bevölkerung zu vernichten, weitergehen, dann reist die Koalition nicht nach Genf“, erklärte der Generalsekretär der Syrischen Nationalen Koalition, Badr Dschamus, am Montag.

Der Präsident der Koalition, Ahmad Dscharba, habe die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens am Telefon über die täglichen Angriffe mit Kampfflugzeugen und mit Sprengstoff gefüllten Fässern informiert, durch die dutzende Menschen getötet worden seien, hieß es in einer Erklärung Dschamus'. Die Nationale Koalition gehört zu den wichtigsten Ansprechpartnern der Staatengemeinschaft im Bemühen um Frieden in Syrien. Die seit vielen Monaten geplante Friedenskonferenz mit Vertretern der Konfliktparteien soll am 22. Januar in Genf in der Schweiz stattfinden.

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei der Offensive der Luftwaffe auf das nördlich gelegene Aleppo in den vergangenen acht Tagen mehr als 300 Menschen getötet, darunter 87 Kinder.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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