Friedenskonferenz: Syrische Opposition verschiebt Beratungen

Friedenskonferenz
Syrische Opposition verschiebt Beratungen

Mit Drohungen und Versprechungen wollen die USA und Russland die syrischen Bürgerkriegsparteien an den Verhandlungstisch zwingen. Die Opposition vertagte die Beratungen am Freitag kurzfristig.
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Moskau/IstanbulDie zerstrittene syrische Opposition hat ihre Beratungen über eine Teilnahme an der Friedenskonferenz für das Bürgerkriegsland auf Samstag verschoben. Am Freitag seien in Istanbul zunächst die Bedenken von etwa 40 Delegierten diskutiert worden, sagte der Sprecher der Syrischen Nationalen Koalition, Chaled Saleh, im türkischen Istanbul. Diese hatten die mangelnde Transparenz innerhalb des Oppositionsbündnisses kritisiert und mit ihrem Rücktritt gedroht.

Nach intensiven Gesprächen habe sich die Hälfte von ihnen entschieden, an der Vollversammlung teilzunehmen, die nun am Samstagmorgen offiziell eröffnet wird, verlautete aus Diplomatenkreisen.

Die Beratungen, die eigentlich am Freitagmittag beginnen sollten, finden hinter geschlossenen Türen in einem Hotel statt. Ein Vertreter aus dem Umfeld des Präsidenten der Syrischen Nationalen Koalition, Ahmad Dscharba, hatte zuvor gesagt, es sei "nicht einfach", zu einer Entscheidung zu kommen. Der zu dem Bündnis gehörende Syrische Nationale Rat drohte für den Fall, dass die Opposition sich in der Schweiz mit der Regierung an einen Tisch setzt, bereits mit einem Rückzug aus der Koalition.

Die Friedenskonferenz soll am Mittwoch im Schweizerischen Montreux beginnen. Die meisten Beobachter erwarten, dass die Allianz die Einladung zu den Friedensgesprächen annehmen wird.

Kurz vor Beginn der Verhandlungen hatte das syrische Regime erste Zugeständnisse gemacht. Damaskus bot den Regierungsgegnern am Freitag eine Waffenruhe für die Stadt Aleppo und einen Gefangenenaustausch an. Beides hatte das Regime von Präsident Baschar al-Assad bislang abgelehnt. Möglicherweise sei es jetzt von seinen russischen Verbündeten umgestimmt worden, so Beobachter.

Außenminister Walid al-Muallim sagte in Moskau, er habe seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow einen Vorschlag für Sicherheitsmaßnahmen unterbreitet, die eine Waffenruhe in Aleppo begleiten sollten. Ein Teil von Aleppo wird momentan von Rebellen kontrolliert, ein Teil von den Regierungstruppen.

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Russland wirft der Opposition eine Hinhaltetaktik vor

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  • Ich hoffe für Syrien das die gemäßigten Rebellen und Assad zu einer Lösung kommen. Für Syrien wäre es das beste die beiden Gruppen legen ihren Streit schnell bei und kümmern sich zusammen um die dritte Kriegspartei, die Islamisten.

    Gegen die gerne auch mit westlicher Waffenhilfe.

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