Friedensnobelpreis: Finn Mayer-Kuckuk (Peking): Mehr Einigkeit

Friedensnobelpreis
Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

Finn Mayer-Kuckuk (Peking): Mehr Einigkeit

Von Ostasien aus gesehen ist der Fall völlig klar: Wir brauchen ein geeintes und moderat zentralisiertes Europa mit einer gemeinsamen Währung, am besten unter einer gemeinsamen Fahne. Dafür ist jeder Preis recht – und er wird sich historisch lohnen. Deutschland unterschätzt immer noch die Bedeutung des Aufstiegs riesiger asiatischer Länder wie China und Indien. Wir mögen mächtig stolz auf unser Land sein, aber es ist eben nur so groß wie eine der 27 chinesischen Flächenprovinzen. Von Ostasien aus ist klar, dass wir ohne die größere Union schlicht in der Bedeutungslosigkeit versinken. 

China nimmt Europa als völlig verdrehtes Gebilde war. Da wir Deutschen es ebenso sehen, lässt es sich ihnen nicht verdenken. Keine der wichtigen Mächte wird es jemals ernst nehmen, wenn es nicht geeint auftritt und einen gemeinsamen Ansprechpartner anbietet, der tatsächlich etwas zu sagen hat.

Ökonomisch gesehen brauchen wir den gemeinsamen Markt, gemeinsame Standards und gemeinsame Entscheidungen. Asien arbeitet gerade an der größten Freihandelszone der Welt! Wie will Deutschland alleine gegen industrielle Schlachtschiffe wie Japan, Südkorea, China, Indien im Verbund bestehen? Dafür müssen die albernen kleinen Nationalstaaten wie Frankreich, Italien oder Deutschland eben über ihren Schatten springen.

Großes Gebilde wie China oder die USA haben nun einmal enormes internationales Gewicht. Wenn wir versuchen, dagegen als Einzelspieler anzutreten, nimmt uns keiner wahr. Das ist, wie wenn eine komplette Fußballmannschaft elf Mal gegen einen einzigen Spieler antritt - statt gegen ein komplettes Team. Im geschichtlichen Rückblick wird die derzeitige Krise hoffentlich nur als Anpassungsphase gesehen, die zu einer stärkeren Union geführt und den Euro erst stabil gemacht hat.

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