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Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

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Florian Kolf: Mehr Zukunft, weniger Vergangenheit

Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Wenn ich meine Töchter frage, ob wir den Euro wieder abschaffen sollen, schauen die mich nur völlig verständnislos an. Ein gemeinsames Zahlungsmittel in Europa zu haben, keine Grenzkontrollen, völlige Freizügigkeit, verlässliche gemeinsame Standards, ist für sie eine Selbstverständlichkeit, die Teil ihrer Zukunftsplanung ist. Sie wollen in Frankreich studieren, in den Niederlanden arbeiten, mit spanischen Freunden feiern, nach Griechenland reisen, ohne ihre deutschen Wurzeln zu verlieren.

In der aktuellen Diskussion wird leider völlig vergessen, dass es ein Europa jenseits von Schulden und Rettungsschirmen gibt, dessen Bedeutung tiefer geht als das kleinliche Berechnen, ob der deutsche Export nun 0,1 Prozent höher oder niedriger wäre ohne den Euro. Nicht Europäische Gemeinschaft ist das Problem, sondern das krampfhafte Festhalten am Provinzialismus. Die Globalisierung unseres Alltags ist nicht aufzuhalten, unsere Aufgabe ist es, sie so zu gestalten, dass sie allen Menschen in Europa Frieden, Wohlstand und Chancen bietet.

Meilensteine der EU Wie die EU zu dem wurde, was sie ist

  • Meilensteine der EU: Wie die EU zu dem wurde, was sie ist
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Doch dazu ist auch in der EU ein Umdenken notwendig: Nicht mehr Subventionen für die Landwirtschaft oder Vorschriften über den Krümmungsgrad von Bananen sind gefragt, sondern die Förderung von Zukunftstechnologien, die Investition in Bildung und das Überwinden von Mauern in den Köpfen der Menschen.

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Für diese positive Vision eines vereinten Europas zu kämpfen, das bin ich meinen Kindern schuldig. Sonst überlassen wir das Projekt Europa verbiesterten alten Männern und Populisten wie Silvio Berlusconi, die sich auf Kosten der Gemeinschaft ihre Macht und Geschäftsinteressen sichern wollen. Und setzen damit unsere Zukunft aufs Spiel.

108 Kommentare

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  • 15.12.2012, 20:06 UhrDrCoaleonesErbengemeinschaft

    Brüssel war 1966 de facto PLEITE und heute eine "blühende" Landschaft mit der Hauptsprache Französisch, obwohl zweisprachig, gleichrangig Flämisch (nicht Niederländisch) und mittlerweile können wir mit Vlaamse Tricks ook Duits spreken.

    Hätte de Gaulle der NATO nicht den Rücken gekehrt und sie hinausgeschmissen, vor allen Dingen der Hegemonie der US-Amerikaner wegen, ja wäre... und das ist Fakt, Belgien schon lange Land unter. Sie haben alle an der Europäischen Idee vortrefflich verdient. Und Deutschland gewiß auch; denn ansonsten hätte wir unsere Waren in der Schweiz und Österreich absetzen können. Österreich brauchte aus Deutschland keinen Stahl, nur den Koks und die Schweiz sammelte schon beizeiten weltweit Schrott, um diesen zu bearbeiten.

    Wenn hier einige über die Europäische Union und damit die europäische Idee insgesamt meinen, dann wissen einige offensichtlich nicht, daß eine Korrektur kommen wird. Dafür sorgt diesmal ein Sozialdemokrat als Europa-Parlaments-Präsident, Martin Schulz. Gönnen wir ihm die Einarbeitung und stehen ihm bei schwierigen Aufgaben gegen das Establishment bei. Er hätte es redlich verdient ein Korrektiv zu Merkel und anderen "Größen" zu sein. Europa ist für manche Konservative nur gut, wenn sie allerorten das Zepter schwingen dürfen.

    Aber diese Mentalität hatten wir doch schon einmal und ging vollends in die Hausse. Die anderen anwesenden Mitglieder der Union fahren gerne große Geschütze auf, geht es jedoch ans Eingemachte, da wird der Weißkohl schneller zur Choucroute, als gemeinhein ein Franzose den Weißwein eingießen mag. À là votre, Santé.

  • 13.12.2012, 15:03 Uhrchampus

    @Rapid
    „Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.“
    Mißverständis – der letzte Satz in meinem Beitrag ist quasi als „junktim“ zu verstehen. Der Kommentar von @Vicario unten entspricht meiner eigenen Vorstellung:
    „Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !“

  • 12.12.2012, 18:17 UhrEin_Sparsamer

    "Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen."
    ----------------------------
    Zugegebenermaßen ist mir die Ironie durchgegangen. Anderseits hat Ihre Ironie einen ernsthaften Hintergrund. Die würden sich tatsächlich m.E. eher auf eine Kunstsprache einigen als auf Englisch.
    Tatsache ist, daß neben den Regionalsprachen eine verbindliche Amtssprache wirklich notwendig wäre, alleine schon, um "Mißinterpretationen" von europäischen Gesetzesvorlagen zu vermeiden.

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