Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo
Russland sagt Teilnahme an Zeremonie ab

Russland und fünf weitere Länder haben ihre Teilnahme an der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo abgesagt. Der Schritt habe aber nichts mit der Ehrung des inhaftierten chinesischen Bürgerrechtlers zu tun, hieß es.
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HB OSLO. Dreieinhalb Wochen vor der Verleihung des Friedensnobelpreises haben Russland und fünf weitere Länder ihre Teilnahme an der Zeremonie für den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo abgesagt. Das teilte der Chef des Osloer Nobelinstitutes, Geir Lundestad, am Donnerstag mit.

Neben China selbst wollen auch Kasachstan, Kuba, Marokko und der Irak nicht, wie üblich, ihre Botschafter zur der Feier am 10. Dezember entsenden. China hatte zuvor die EU-Länder und andere Staaten aufgefordert, der Verleihung fernzubleiben.

Der Schritt habe nichts mit der Ehrung des inhaftierten chinesischen Bürgerrechtlers zu tun, sagte der russische Botschaftssprecher Wladimir Issupow nach Angaben der Agentur Interfax. „Es gibt kein politisches Motiv. Die Einladung gilt nur für den russischen Botschafter persönlich, aber er ist an diesem Tag auf einer Dienstreise.“

Chinas Führung hatte die Vergabe des Preises an den zu elf Jahren Haft verurteilten Liu stark kritisiert und im Gefolge Ministertreffen mit Norwegen abgesagt. Zudem drohte Peking Ländern, die an der Verleihung am 10. Dezember teilnehmen, mit nicht näher genannten „Konsequenzen“.

Nach Angaben Lundestads haben zahlreiche Staaten eine Verlängerung der Anmeldefrist erbeten. Alle EU-Länder, darunter auch Deutschland, wollen ihre Botschafter zu der Feier schicken, bei der der Preis selbst nicht übergeben werden kann. Weder Liu noch seine in Peking unter Hausarrest gestellte Frau Liu Xia dürfen zur Verleihungsfeier nach Oslo reisen.

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  • ich find eine TeilnahmenANsage Russlands ist kein Artikel im Politik/international bereich wert ;)

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