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Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

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Jan Mallien: Die Kraft der Pluralität

Mallien Jan
Jan Mallien, Politik-Redakteur von Handelsblatt Online.

Gerade war ich auf der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank. Es waren Franzosen dort, Spanier, Iren, Italiener und Deutsche. Alle haben dieselbe Währung. Dennoch waren unsere  Fragen höchst unterschiedlich. 

Meine deutschen Kollegen interessierten sich für Inflation. Die Spanier wollten wissen, was Herr Draghi zur Sparpolitik in ihrem Land sagt. Die Franzosen  sorgten sich über den „hohen“ Wechselkurs des Euro.

Facebook-Nutzer „An große Werte glauben“

Die Handelsblatt-Fans bei Facebook haben mehrheitlich eine kritische Haltung zu Europa. Aber sie haben auch ein paar ganz konkrete Forderungen.

Jedes Land hat einen sehr unterschiedlichen Blickwinkel. Das macht es in Brüssel oft ziemlich kompliziert, sich zu einigen. Dennoch ist es grade diese Vielfalt, die Europa ausmacht.

Meine Vision ist ein föderales Europa, in dem jede Region ihre unterschiedlichen Stärken einbringt. Dazu gehören offene Grenzen, ein gemeinsamer Markt und das Erasmus-Austauschprogramm. Uns verbinden aber nicht nur praktische Dinge, sondern gemeinsame Werte: Menschenrechte und Meinungsfreiheit – zum Beispiel. 

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Eine irische Kollegin sagte zu mir: Den wahren Wert von Europa erkennst Du erst, wenn Du alleine in Peking an einer Kreuzung steht und dich fragst: "Wo gehöre ich hin?" Ich glaube sie hat Recht.

108 Kommentare

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  • 15.12.2012, 20:06 UhrDrCoaleonesErbengemeinschaft

    Brüssel war 1966 de facto PLEITE und heute eine "blühende" Landschaft mit der Hauptsprache Französisch, obwohl zweisprachig, gleichrangig Flämisch (nicht Niederländisch) und mittlerweile können wir mit Vlaamse Tricks ook Duits spreken.

    Hätte de Gaulle der NATO nicht den Rücken gekehrt und sie hinausgeschmissen, vor allen Dingen der Hegemonie der US-Amerikaner wegen, ja wäre... und das ist Fakt, Belgien schon lange Land unter. Sie haben alle an der Europäischen Idee vortrefflich verdient. Und Deutschland gewiß auch; denn ansonsten hätte wir unsere Waren in der Schweiz und Österreich absetzen können. Österreich brauchte aus Deutschland keinen Stahl, nur den Koks und die Schweiz sammelte schon beizeiten weltweit Schrott, um diesen zu bearbeiten.

    Wenn hier einige über die Europäische Union und damit die europäische Idee insgesamt meinen, dann wissen einige offensichtlich nicht, daß eine Korrektur kommen wird. Dafür sorgt diesmal ein Sozialdemokrat als Europa-Parlaments-Präsident, Martin Schulz. Gönnen wir ihm die Einarbeitung und stehen ihm bei schwierigen Aufgaben gegen das Establishment bei. Er hätte es redlich verdient ein Korrektiv zu Merkel und anderen "Größen" zu sein. Europa ist für manche Konservative nur gut, wenn sie allerorten das Zepter schwingen dürfen.

    Aber diese Mentalität hatten wir doch schon einmal und ging vollends in die Hausse. Die anderen anwesenden Mitglieder der Union fahren gerne große Geschütze auf, geht es jedoch ans Eingemachte, da wird der Weißkohl schneller zur Choucroute, als gemeinhein ein Franzose den Weißwein eingießen mag. À là votre, Santé.

  • 13.12.2012, 15:03 Uhrchampus

    @Rapid
    „Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.“
    Mißverständis – der letzte Satz in meinem Beitrag ist quasi als „junktim“ zu verstehen. Der Kommentar von @Vicario unten entspricht meiner eigenen Vorstellung:
    „Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !“

  • 12.12.2012, 18:17 UhrEin_Sparsamer

    "Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen."
    ----------------------------
    Zugegebenermaßen ist mir die Ironie durchgegangen. Anderseits hat Ihre Ironie einen ernsthaften Hintergrund. Die würden sich tatsächlich m.E. eher auf eine Kunstsprache einigen als auf Englisch.
    Tatsache ist, daß neben den Regionalsprachen eine verbindliche Amtssprache wirklich notwendig wäre, alleine schon, um "Mißinterpretationen" von europäischen Gesetzesvorlagen zu vermeiden.

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