Friedensnobelpreis: Maike Freund: Kein Platz für Extremisten

Friedensnobelpreis
Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

Maike Freund: Kein Platz für Extremisten

Die Beispiele Griechenland und Ungarn zeigen es nur zu deutlich: Die Krise bringt politische Extreme hervor, dort ist es Aufmarsch der Faschisten. Möglich, weil die Menschen sich von einem schwachen Staat alleingelassen fühlen, verzweifelt sind wegen ihrer finanzielle Not, Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Und dafür einen Sündenbock suchen. In Griechenland müssen dafür die illegalen Einwanderer herhalten, in Ungarn die Roma.

In meiner Version von Europa ist jedoch kein Platz für Extremisten. Ist die Demokratie so gefestigt, dass sie auch für jede Minderheit gilt. Ist Europa weitherzig genug, über die eigenen Staats-, aber auch Europas Grenzen hinauszudenken und die Rechte, die jeder für sich einfordert, auch anderen zu gewähren, weil Europa seine Bürger stützt.

Das heißt für mich: In Sachen Europa liegt der Blick zu sehr auf Staatsschulden und Bankenrettung. Was die Krise im schlimmsten Fall mit den Menschen macht und in anderen Ländern vielleicht noch machen könnte, rückt zu sehr in den Hintergrund. Und das ist – siehe Griechenland & Co. – gefährlich.

Kommentare zu " Friedensnobelpreis: Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft"

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  • Brüssel war 1966 de facto PLEITE und heute eine "blühende" Landschaft mit der Hauptsprache Französisch, obwohl zweisprachig, gleichrangig Flämisch (nicht Niederländisch) und mittlerweile können wir mit Vlaamse Tricks ook Duits spreken.

    Hätte de Gaulle der NATO nicht den Rücken gekehrt und sie hinausgeschmissen, vor allen Dingen der Hegemonie der US-Amerikaner wegen, ja wäre... und das ist Fakt, Belgien schon lange Land unter. Sie haben alle an der Europäischen Idee vortrefflich verdient. Und Deutschland gewiß auch; denn ansonsten hätte wir unsere Waren in der Schweiz und Österreich absetzen können. Österreich brauchte aus Deutschland keinen Stahl, nur den Koks und die Schweiz sammelte schon beizeiten weltweit Schrott, um diesen zu bearbeiten.

    Wenn hier einige über die Europäische Union und damit die europäische Idee insgesamt meinen, dann wissen einige offensichtlich nicht, daß eine Korrektur kommen wird. Dafür sorgt diesmal ein Sozialdemokrat als Europa-Parlaments-Präsident, Martin Schulz. Gönnen wir ihm die Einarbeitung und stehen ihm bei schwierigen Aufgaben gegen das Establishment bei. Er hätte es redlich verdient ein Korrektiv zu Merkel und anderen "Größen" zu sein. Europa ist für manche Konservative nur gut, wenn sie allerorten das Zepter schwingen dürfen.

    Aber diese Mentalität hatten wir doch schon einmal und ging vollends in die Hausse. Die anderen anwesenden Mitglieder der Union fahren gerne große Geschütze auf, geht es jedoch ans Eingemachte, da wird der Weißkohl schneller zur Choucroute, als gemeinhein ein Franzose den Weißwein eingießen mag. À là votre, Santé.

  • @Rapid
    „Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.“
    Mißverständis – der letzte Satz in meinem Beitrag ist quasi als „junktim“ zu verstehen. Der Kommentar von @Vicario unten entspricht meiner eigenen Vorstellung:
    „Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !“

  • "Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen."
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    Zugegebenermaßen ist mir die Ironie durchgegangen. Anderseits hat Ihre Ironie einen ernsthaften Hintergrund. Die würden sich tatsächlich m.E. eher auf eine Kunstsprache einigen als auf Englisch.
    Tatsache ist, daß neben den Regionalsprachen eine verbindliche Amtssprache wirklich notwendig wäre, alleine schon, um "Mißinterpretationen" von europäischen Gesetzesvorlagen zu vermeiden.

  • @ein Sparsamer

    Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen.

    Vicario hat Recht, die Franzosen werden niemals Englisch als Amtssprache akzeptieren, also eine Sprache, die dann auch vor "Gericht" als die einzig gültige Sprache gesprochen werden darf und in allen "Gesetzen" zugrunde liegen muss. Frankreich liebt nicht nur seine Küche sondern in Gegensatz zu Deutschland auch seine Sprache, die ein Bestandteil seiner kulturellen Identität ist.
    Sie sind unfähig Europa, wie es außerhalb des üblichen Geschäftsverkehr lebt, zur Kenntnis zu nehmen.
    Die Katalanen, die eine eigene Sprache haben, versuchen sich gerade von Spanien zu separieren, die Schotten von England.
    Europa lebt von seinem Föderalismus und seiner Vielfalt, wozu auch der bunte Strauß seiner Sprachen gehört.
    Europa als Abklatsch der Vereinigten Staaten von Amerika ist einfach lächerlich.
    Übrigens auch die Chinesen haben nicht eine einheitliche Sprache, Nord- und Südchinesisch unterscheiden sich beträchtlich.Nur Mandarin, die Schriftsprache, ist die selbe..

  • "Die Amtssprache wäre Esperanto. "
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    Warum sich mit einer sterilen, esotherischen Kunstsprache herumplagen (da könnte man genausogut Klingonisch nehmen), wenn die Lösung so naheliegend ist?
    Englisch als europaweite Amtssprache und gut ist. Jeder gebildete Mensch spricht sie mehr oder minder ohnehin schon (insbesondere in der Geschäftswelt, der Wissenschaft und der Technik) und weltweit gibt es rund eine Millarde englischsprechender Menschen in über 60 Nationen.
    Ich bin viel herumgekommen und hatte früher beruflich mit internationaler Kundschaft zu tun. Was wurde gesprochen? Englisch! Sic!
    Die Franzosen werden da schon über ihren Schatten springen müssen, denn Französisch ist international betrachtet, unbedeutend, und es gibt vergleichsweise wenige Sekundärsprachler.

  • Die Amtssprache wäre Esperanto. Europa muss also auch seine Sprachenvielfalt abschaffen und seine föderale Kulturvielfalt überhaupt z.B. seine Literatur,und alles über einen Leisten hauen.
    Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.
    Das Gegenteil ist richtig.
    Europa ist stark durch seine Vielfalt auch in sprachlicher Hinsicht.
    Der europäische Föderalismus macht Europa zu dem was es ist und daraus gewinnt es Kraft und Stärke und nicht aus dessen Gegenteil.

  • @ champus

    Vielleicht kann das Handelsblatt eine Online-Umfrage starten und die Leser fragen, welcher Sprache sie als Europäische Amtsprache den Vorzug geben würden.

    Naive Vostellung ! Dazu braucht es keiner Umfrage des Handelsblattes....

    Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !

  • Die 13. Vision
    Ein europäischer Nationalstaat muß her um mit großen Machtblöcken wie China, Indien und den USA auf Augenhöhe verhandeln zu können. Fangen wir bei den Amtsprachen an. In China ist MANDARIN die offizielle Amtssprache. In Indien hat man sich auf ENGLISCH als offizielle Amtsprache geeinigt. In den USA ist die offizielle Amtsprache ebenfalls ENGLISCH. In allen drei Ländern gibt es weitere Sprachen, die aber nicht den Status der offiziellen Landessprache haben.
    Die 27 EU Staaten sollten sich ebenfalls auf eine Amtssprache bzw. Landessprache einigen, so wie die USA im Jahre 1828. Diese europäische Amtssprache kann dann in Wort und Schrift in allen Ämtern, Industrien und Bildungseinrichtungen in den 27 EU Staaten verwendet werden und erleichtert den europäischen - und allen ausländischen Partnern die Kommunikation und den Handel in und mit Europa.
    Der Synergieeffekt einer einheitlichen Amtssprache der 27 Länder Europas würde auch die Übersetzungen, Fehlinterpretationen, Missverständnisse bei Vertragsentwürfen der EU und der Vereinten Nationen in New York beenden. In den Urlaubsländern Europas gäbe es auch keine Probleme mehr bei Bestellungen in Hotels und Restaurants. Die Kommunikation mit den Einheimischen würde dann auch ohne Wörterbücher und Sprachkurse problemlos verlaufen. Finanzielle Einsparungen in Milliardenhöhe durch den Wegfall von Übersetzungsbüros, Sprachschulen und Dolmetschern in Europa und der ganzen Welt wären die Folge.
    Vielleicht kann das Handelsblatt eine Online-Umfrage starten und die Leser fragen, welcher Sprache sie als Europäische Amtsprache den Vorzug geben würden.
    Ich schlage vor, nachdem die 27 EU Staaten sich auf eine gemeinsame Amtsprache vertraglich geeinigt und diese auch in allen EU Ländern eingeführt haben, kann die Diskussion über die praktische Ausgestaltung der im Artikel beschriebenen 12 Visionen fortgesetzt werden. ; - )

  • @hafnersp
    Ich habe gesehen, dass Sie immer wieder mal nach dem Öl fragten. Allerdings sprach man zu diesem Zeitpunkt noch wie beiläufig von „einigen Feldern“. Da ging man noch davon aus, dass sich die Erschließung möglicherweise (noch) nicht lohnt. Ich bin davon überzeugt, dass auch unsere Medienlandschaft nicht mehr wusste - also auch nicht das HB.

    Dass es sich um ein Mammutvorkommen handelt, ist erst seit 2 oder 3 Tagen heraus. Da hat sich ein Geologe namens Foskolos zu Wort gemeldet und aufgrund seines Alters („Ich habe nichts mehr zu befürchten“) ausgepackt. Er sprach noch von 600 Milliarden Euro, der nächste Eingeweihte, der sich zu Wort meldete, sprach bereits von 1,3 Billionen Euro.
    Foskolos erzählte auch von einer U-Boot-Tour um 1986 herum, bei der das Vorkommen sehr deutlich zu sehen gewesen sei – also scheint es leicht zu erschließen zu sein.
    Es ist mir klar, dass angestrebt wird, erst den Schuldenschnitt bzw. weitere Hilfspakete auf den Weg zu bringen… aber wir Bürger sind doch auch noch da.
    Wenn wir diese alles ändernde Sensation nur häufig genug publizieren, werden es schon genügend Menschen lesen und die Presse muss dann auch irgendwann Stellung beziehen.

  • @Ein-Sparsamer
    Zitat Europäer: “Da in Deutschland 20% der Menschen Migrationshintergrund haben und 11% der Studierenden ebenfalls ausländische Wurzeln haben, brauche ich nicht lange zu suchen.“

    Ich glaube, das Problem entsteht dadurch, dass „Europäer“ 11% Studenten von 20% Ausländern abzieht… ;)

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