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Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

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Maike Freund: Kein Platz für Extremisten

Maike Freund ist Politik-Redakteurin.
Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Die Beispiele Griechenland und Ungarn zeigen es nur zu deutlich: Die Krise bringt politische Extreme hervor, dort ist es Aufmarsch der Faschisten. Möglich, weil die Menschen sich von einem schwachen Staat alleingelassen fühlen, verzweifelt sind wegen ihrer finanzielle Not, Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Und dafür einen Sündenbock suchen. In Griechenland müssen dafür die illegalen Einwanderer herhalten, in Ungarn die Roma.

In meiner Version von Europa ist jedoch kein Platz für Extremisten. Ist die Demokratie so gefestigt, dass sie auch für jede Minderheit gilt. Ist Europa weitherzig genug, über die eigenen Staats-, aber auch Europas Grenzen hinauszudenken und die Rechte, die jeder für sich einfordert, auch anderen zu gewähren, weil Europa seine Bürger stützt.

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Das heißt für mich: In Sachen Europa liegt der Blick zu sehr auf Staatsschulden und Bankenrettung. Was die Krise im schlimmsten Fall mit den Menschen macht und in anderen Ländern vielleicht noch machen könnte, rückt zu sehr in den Hintergrund. Und das ist – siehe Griechenland & Co. – gefährlich.

108 Kommentare

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  • 15.12.2012, 20:06 UhrDrCoaleonesErbengemeinschaft

    Brüssel war 1966 de facto PLEITE und heute eine "blühende" Landschaft mit der Hauptsprache Französisch, obwohl zweisprachig, gleichrangig Flämisch (nicht Niederländisch) und mittlerweile können wir mit Vlaamse Tricks ook Duits spreken.

    Hätte de Gaulle der NATO nicht den Rücken gekehrt und sie hinausgeschmissen, vor allen Dingen der Hegemonie der US-Amerikaner wegen, ja wäre... und das ist Fakt, Belgien schon lange Land unter. Sie haben alle an der Europäischen Idee vortrefflich verdient. Und Deutschland gewiß auch; denn ansonsten hätte wir unsere Waren in der Schweiz und Österreich absetzen können. Österreich brauchte aus Deutschland keinen Stahl, nur den Koks und die Schweiz sammelte schon beizeiten weltweit Schrott, um diesen zu bearbeiten.

    Wenn hier einige über die Europäische Union und damit die europäische Idee insgesamt meinen, dann wissen einige offensichtlich nicht, daß eine Korrektur kommen wird. Dafür sorgt diesmal ein Sozialdemokrat als Europa-Parlaments-Präsident, Martin Schulz. Gönnen wir ihm die Einarbeitung und stehen ihm bei schwierigen Aufgaben gegen das Establishment bei. Er hätte es redlich verdient ein Korrektiv zu Merkel und anderen "Größen" zu sein. Europa ist für manche Konservative nur gut, wenn sie allerorten das Zepter schwingen dürfen.

    Aber diese Mentalität hatten wir doch schon einmal und ging vollends in die Hausse. Die anderen anwesenden Mitglieder der Union fahren gerne große Geschütze auf, geht es jedoch ans Eingemachte, da wird der Weißkohl schneller zur Choucroute, als gemeinhein ein Franzose den Weißwein eingießen mag. À là votre, Santé.

  • 13.12.2012, 15:03 Uhrchampus

    @Rapid
    „Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.“
    Mißverständis – der letzte Satz in meinem Beitrag ist quasi als „junktim“ zu verstehen. Der Kommentar von @Vicario unten entspricht meiner eigenen Vorstellung:
    „Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !“

  • 12.12.2012, 18:17 UhrEin_Sparsamer

    "Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen."
    ----------------------------
    Zugegebenermaßen ist mir die Ironie durchgegangen. Anderseits hat Ihre Ironie einen ernsthaften Hintergrund. Die würden sich tatsächlich m.E. eher auf eine Kunstsprache einigen als auf Englisch.
    Tatsache ist, daß neben den Regionalsprachen eine verbindliche Amtssprache wirklich notwendig wäre, alleine schon, um "Mißinterpretationen" von europäischen Gesetzesvorlagen zu vermeiden.

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