International

Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

« 10 / 13 »

Matthias Thibaut (London): Flickenteppich toleranter Vielfalt

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London. Quelle: Pablo Castagnola
Matthias Thibaut ist Korrespondent in London. Quelle: Pablo Castagnola

Ich träume davon, dass die Gründungsklausel im Vertrag von Rom, die Forderung nach einem „immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker“ feierlich gestrichen und in diesem Akt des Verzichts Platz für das wahre Europa geschaffen wird.

Die vage und wohlmeinende Formel steht im Widerspruch zu jenem in anderen europäischen Verträgen verankerten, aber zu oft ignorierten Prinzip der Subsidiarität, das höher zu achten ist,  weil es wirklich für das steht, was Europa schön und erfolgreich macht:  Unterschiede, Flexibilität, Offenheit und Toleranz, Wettbewerb und Austausch von Waren und Ideen.

Lukrative Ehrung Die Millionen der Nobelpreisträger

  • Lukrative Ehrung: Die Millionen der Nobelpreisträger
  • Lukrative Ehrung: Die Millionen der Nobelpreisträger
  • Lukrative Ehrung: Die Millionen der Nobelpreisträger
  • Lukrative Ehrung: Die Millionen der Nobelpreisträger

Europa muss mehr durch evolutionäre, periphere „best praxis“ und weniger durch Zentralbeschluss von oben wachsen. Europavisionäre sollten daran denken, dass die großen Reiche stürzen, aber die kleinen überleben. Die Geschichte zeigt: Je kühner die Vision, desto größer die Systemzwänge, die Fehlerquote, die Gefahr von „group think“.

Anzeige

Harmonie und Frieden sind im Flickenteppich toleranter Vielfalt – heute würde man sagen: im Netz - besser aufgehoben als in den monolithischen Visionen der Staatengründer. Die Eurokrise zeigt, wohin „mission creep“ führt.  Ist es schon zu spät und der selbstgeschaffene Systemzwang sprengt die 27 auseinander?

107 Kommentare

Alle Kommentare lesen
  • 10.12.2012, 12:37 Uhr

    Ein teurer Nobelpreis - für Deutschland!

  • 10.12.2012, 12:41 Uhr

    alles träumer die die geschichte vergessen...

    und übershen was für eine einbruch wir seit den 90ern haben....

    aber anscheind ist das ab ner bestimmten gehaltklasse egal wie es den untern einkommen geht...

  • 10.12.2012, 12:41 Uhr

    In den 55 Jahren seit ihrer Gründung mit den Römischen Verträgen hat sie einen vom zweiten Weltkrieg völlig zerstörten Kontinent befriedet, geeint und wohlhabend gemacht.

    der freide geht auf die NATO zurück.... immer das verdrehen von tatsachen europa war nur dazu da D einzubinden...

  • Die aktuellen Top-Themen
Deflation und ihre Folgen : Jagt die EZB ein Gespenst?

Jagt die EZB ein Gespenst?

Die Preise in der Eurozone steigen kaum noch. EZB-Chef Draghi sieht sich deshalb zum Handeln gezwungen. Doch wäre eine Deflation wirklich so schlimm? Ein Pro und Contra über den Nutzen und Schaden sinkender Preise.

Verbot der Sonntagsarbeit: Wenn die Beschwerden bis Montag warten müssen

Wenn die Beschwerden bis Montag warten müssen

Ein Gericht hat in Hessen die Sonntagsarbeit in Callcentern und Videotheken verboten. Auch andere Bundesländer erwägen nun nachzuziehen. Das könnte Unternehmen aus etlichen Branchen in Bedrängnis bringen.

Preisverfall: Russland passt Haushaltsplanung an Ölpreis an

Russland passt Haushaltsplanung an Ölpreis an

Russland muss angesichts des niedrigeren Ölpreises seine Haushaltsplanung für das kommende Jahr anpassen. Die Preise für den Rohstoff sind in der letzten Zeit dramatisch gefallen, nun gibt es Einschnitte in Russland.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International