Friedensnobelpreis: Matthias Thibaut (London): Flickenteppich toleranter Vielfalt

Friedensnobelpreis
Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

Matthias Thibaut (London): Flickenteppich toleranter Vielfalt

Ich träume davon, dass die Gründungsklausel im Vertrag von Rom, die Forderung nach einem „immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker“ feierlich gestrichen und in diesem Akt des Verzichts Platz für das wahre Europa geschaffen wird.

Die vage und wohlmeinende Formel steht im Widerspruch zu jenem in anderen europäischen Verträgen verankerten, aber zu oft ignorierten Prinzip der Subsidiarität, das höher zu achten ist,  weil es wirklich für das steht, was Europa schön und erfolgreich macht:  Unterschiede, Flexibilität, Offenheit und Toleranz, Wettbewerb und Austausch von Waren und Ideen.

Europa muss mehr durch evolutionäre, periphere „best praxis“ und weniger durch Zentralbeschluss von oben wachsen. Europavisionäre sollten daran denken, dass die großen Reiche stürzen, aber die kleinen überleben. Die Geschichte zeigt: Je kühner die Vision, desto größer die Systemzwänge, die Fehlerquote, die Gefahr von „group think“.

Harmonie und Frieden sind im Flickenteppich toleranter Vielfalt – heute würde man sagen: im Netz - besser aufgehoben als in den monolithischen Visionen der Staatengründer. Die Eurokrise zeigt, wohin „mission creep“ führt.  Ist es schon zu spät und der selbstgeschaffene Systemzwang sprengt die 27 auseinander?

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