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Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

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Matthias Thibaut (London): Flickenteppich toleranter Vielfalt

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London. Quelle: Pablo Castagnola
Matthias Thibaut ist Korrespondent in London. Quelle: Pablo Castagnola

Ich träume davon, dass die Gründungsklausel im Vertrag von Rom, die Forderung nach einem „immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker“ feierlich gestrichen und in diesem Akt des Verzichts Platz für das wahre Europa geschaffen wird.

Die vage und wohlmeinende Formel steht im Widerspruch zu jenem in anderen europäischen Verträgen verankerten, aber zu oft ignorierten Prinzip der Subsidiarität, das höher zu achten ist,  weil es wirklich für das steht, was Europa schön und erfolgreich macht:  Unterschiede, Flexibilität, Offenheit und Toleranz, Wettbewerb und Austausch von Waren und Ideen.

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Europa muss mehr durch evolutionäre, periphere „best praxis“ und weniger durch Zentralbeschluss von oben wachsen. Europavisionäre sollten daran denken, dass die großen Reiche stürzen, aber die kleinen überleben. Die Geschichte zeigt: Je kühner die Vision, desto größer die Systemzwänge, die Fehlerquote, die Gefahr von „group think“.

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Harmonie und Frieden sind im Flickenteppich toleranter Vielfalt – heute würde man sagen: im Netz - besser aufgehoben als in den monolithischen Visionen der Staatengründer. Die Eurokrise zeigt, wohin „mission creep“ führt.  Ist es schon zu spät und der selbstgeschaffene Systemzwang sprengt die 27 auseinander?

108 Kommentare

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  • 15.12.2012, 20:06 UhrDrCoaleonesErbengemeinschaft

    Brüssel war 1966 de facto PLEITE und heute eine "blühende" Landschaft mit der Hauptsprache Französisch, obwohl zweisprachig, gleichrangig Flämisch (nicht Niederländisch) und mittlerweile können wir mit Vlaamse Tricks ook Duits spreken.

    Hätte de Gaulle der NATO nicht den Rücken gekehrt und sie hinausgeschmissen, vor allen Dingen der Hegemonie der US-Amerikaner wegen, ja wäre... und das ist Fakt, Belgien schon lange Land unter. Sie haben alle an der Europäischen Idee vortrefflich verdient. Und Deutschland gewiß auch; denn ansonsten hätte wir unsere Waren in der Schweiz und Österreich absetzen können. Österreich brauchte aus Deutschland keinen Stahl, nur den Koks und die Schweiz sammelte schon beizeiten weltweit Schrott, um diesen zu bearbeiten.

    Wenn hier einige über die Europäische Union und damit die europäische Idee insgesamt meinen, dann wissen einige offensichtlich nicht, daß eine Korrektur kommen wird. Dafür sorgt diesmal ein Sozialdemokrat als Europa-Parlaments-Präsident, Martin Schulz. Gönnen wir ihm die Einarbeitung und stehen ihm bei schwierigen Aufgaben gegen das Establishment bei. Er hätte es redlich verdient ein Korrektiv zu Merkel und anderen "Größen" zu sein. Europa ist für manche Konservative nur gut, wenn sie allerorten das Zepter schwingen dürfen.

    Aber diese Mentalität hatten wir doch schon einmal und ging vollends in die Hausse. Die anderen anwesenden Mitglieder der Union fahren gerne große Geschütze auf, geht es jedoch ans Eingemachte, da wird der Weißkohl schneller zur Choucroute, als gemeinhein ein Franzose den Weißwein eingießen mag. À là votre, Santé.

  • 13.12.2012, 15:03 Uhrchampus

    @Rapid
    „Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.“
    Mißverständis – der letzte Satz in meinem Beitrag ist quasi als „junktim“ zu verstehen. Der Kommentar von @Vicario unten entspricht meiner eigenen Vorstellung:
    „Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !“

  • 12.12.2012, 18:17 UhrEin_Sparsamer

    "Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen."
    ----------------------------
    Zugegebenermaßen ist mir die Ironie durchgegangen. Anderseits hat Ihre Ironie einen ernsthaften Hintergrund. Die würden sich tatsächlich m.E. eher auf eine Kunstsprache einigen als auf Englisch.
    Tatsache ist, daß neben den Regionalsprachen eine verbindliche Amtssprache wirklich notwendig wäre, alleine schon, um "Mißinterpretationen" von europäischen Gesetzesvorlagen zu vermeiden.

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