Friedensnobelpreis: Oliver Stock: Mehr Persönlichkeit

Friedensnobelpreis
Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

Oliver Stock: Mehr Persönlichkeit

Europa lebe ich, wenn mir überall dort, wo noch Grenzen sind, die Widersinnigkeit dieser von Menschen und Mächten aufgestellten Zäune klar wird. Europa steht in meinem Bücherschrank, wenn ich von Sokrates bis Shakespeare und von Miguel de Cervantes bis Charles Dickens blättere. Europa habe ich in der Hand, wenn ich zwischen Amsterdam und Athen mit der gleichen Euro-Münze zahle. Europa bin ich für seinen Frieden dankbar, wenn ich über die Schlachtfelder von Verdun in den Urlaub in die Normandie reise.

Europa jagt mir einen Schauer über den Rücken, wenn ich in den Geschichtsbüchern nachlese, mit welchen Visionen sich Politiker aus Frankreich und Deutschland, aus Italien und Großbritannien nach der Katastrophe des zweiten Weltkriegs die Hand gereicht haben. An Europa zweifele ich, wenn ich in Brüssel und Straßburg vergeblich nach Figuren Ausschau halte, die mein Europa verkörpern. Über Europa bin ich traurig, wenn die Kräfte, die es zerstören manchmal lauter schreien, als die, die es erhalten wollen.

Europa ist für mich vieles – aber eines nicht: Es ist mir nicht egal.

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