Friedensnobelpreis
Russischer Präsidentenberater bringt Assange ins Gespräch

Im Umfeld des russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew gibt es Sympathien für die Internetplattform Wikileaks. Ein Berater des Kremlchefs hat laut darüber nachgedacht, den Plattformgründer Julian Assange als Kandidat für den Friedensnobelpreis in Stellung zu bringen.
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HB MOSKAU. Russische Agenturen zitierten am Mittwoch die Überlegungen des namentlich nicht genannten Medwedjew-Mitarbeiters, Assange für den Friedensnobelpreis ins Gespräch zu bringen: „Man sollte nachdenken, wie man ihm (nach der Festnahme) helfen kann.“ Zwar sei die russische Staatsspitze in den von Wikileaks veröffentlichten US-Depeschen schlecht weggekommen, hieß es. Es gebe trotzdem „Sympathien“ für die Internetplattform, weil sie die USA in Erklärungsnot gebracht habe.

Kremlkritiker reagierten mit Skepsis auf den Vorstoß, der in Moskau für Aufsehen sorgte. „Mit einer solchen Initiative will man den USA die Sache wohl noch mehr vermiesen“, sagte der Bürgerrechtler Lew Ponomarjow. Ähnlich äußerte sich der Leiter der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow. „Eine interessante Idee - aber vielleicht nur Kreml-Ironie.

Kommentare zu " Friedensnobelpreis: Russischer Präsidentenberater bringt Assange ins Gespräch"

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  • freedom

    Friedensnobelpreis für Assange.
    Ausgerechnet ein russischer Präsidentenberater bringt Assange ins Gespräch für den Friedensnobelpreis. ich fasse es nicht!
    Wer kann den so naiv sein und das glauben!?
    Es sei denn, die Russen wollen Amerika eins auswischen.
    Wenn Assange Dokumente aus dem russischen Geheimdienst ins Netzt gestellt hätte, wäre ihm längst ein Pülverchen in ein Getränk oder ins Essen gemischt worden oder er hätte schon längst eine Ladung bleiverpasst bekommen.
    Dagegen sind die Amerikaner, obwohl nicht weniger Menschenverachtend, was die Regierung angeht, Weicheier!
    Denken Sie doch nur einmal darüber nach, was mit Journalisten passiert passiert ist, die nicht die Meinung Putins, (dieser bulldogge) vertreten haben.
    Gehen Sie nur so zum Spass mal in die russische botschaft und beobachten Sie, wie diese Angestellten mit ihren eigenen Landsleuten umspringen.
    ich war mit einem Russen verheiratet - war mehrere Male in Moskau und habe mitbekommen, wie das Volk drangsaliert wird.

    Und dann glauben Sie, dass man ausgerechnet einem Anarchisten wie Assange (mir ist er noch nicht anarchistisch genug) den Friedensnobelpreis zuerkennen soll?
    Das soll wohl ein Witz sein?

    Aber er wird nicht auf die Fürsprache eines russischen Präsidentenberaters angewiesen sein und hoffe sehr, dass er den Friedensnobelpreis bekommt, denn er hat ihn verdient.

  • Der Friedensnobelpreis für Assange wäre ein Signal für Meinungsbild- und Pressefreiheit. Die Hetzjagd auf Assange offenbart die Probleme, die die Supermacht USA mit echter Meinungsfreiheit hat. Wikileaks ist ein Sturmgeschütz der Demokratie, eine neue moderne Form der Pressearbeit.

    Würde man die Washington Post schliessen, hätte sie das Material recherchiert und veröffentlicht? Dann wäre Watergate nicht der Niedergang Nixons gewesen, Sonden das Ende der WashPost.

  • Ein interessanter Vorschlag, der wohl nicht wirklich ernstgemeint ist, aber in einigen Ländern (u.a. China) sicher Zustimmung hervorrufen wird.

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