Friedensnobelpreis
Sie hätten ihn verdient!

Der Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an das tunesische Quartett für den nationalen Dialog. Doch wer hätte die Auszeichnung noch verdient? Zu unseren Favoriten zählt die Kanzlerin – aber da gibt es noch viele andere.
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Düsseldorf/Berlin/ParisBundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Meinung vieler Menschen in Osteuropa den Friedensnobelpreis verdient. Gerade in vielen südosteuropäischen Ländern ist die Erinnerung an das Elend der Flüchtlinge durch den Balkan-Krieg in den Neunziger Jahren noch lebendig.

In Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Mazedonien leben Hunderttausende, die aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Die von Merkel propagierte Willkommenskultur gegenüber Migranten wird nicht nur als Ausdruck politischer Humanität gesehen, sondern auch als neuer politischer Ansatz in einer globalisierten Welt.

Auch unter den Flüchtlingen aus Syrien, Irak und Afghanistan auf ihren langen Weg aus der Türkei über den Balkan nach Mittel- und Nordeuropa genießt die Kanzlerin quasi den Status einer Heiligen. An den Wänden des Budapester Keleti-Bahnhof, auf dem zeitweise Tausende von Flüchtlingen kampierten, wurde an den Wänden Danksagungen von Kriegsflüchtlingen geschrieben. Merkel war und ist das Symbol für eine bessere Welt in Sicherheit und Frieden für Millionen von Menschen weit über Europas Grenzen hinaus.

Doch es gibt auch Kritiker. Nicht nur Ungarns rechtspopulistischer Premier Viktor Orbán hält die deutsche Regierungschefin für blauäugig. Auch seine Kollegen in Polen, Tschechien und der Slowakei machten ihren Unmut über die von Merkel propagierte Willkommenskultur öffentlich Luft. Sollte die Kanzlerin tatsächlich der Friedensnobelpreis zugesprochen werden, wird in diesen Ländern der Applaus recht leise ausfallen.

Hans-Peter Siebenhaar, Wien

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  • Seit 1945 ist Deutschland US-Kolonie. Die BRD ist im Grunde tatsächlich ein US-Unternehmen und die Bürger sind wohl eher Personal. Die Betriebsordnung für das BRD-Personal ist eben vom Personalchef Murksel ausser Kraft gesetzt worden, auf Anweisung der US-Eigentümer. Das Löand wird mit Ersatz-Personal geflutet und am Ende ist doch nur noch zu klären, was mit dem Personal-Alt-Bestand zu machen ist.
    Ich will ja hoffen, dass es sich bei dem Zustrom von Fremden hier wirklich um Kriegsflüchtlige handelt und nicht um Soldaten, die dann irgendwann bei der Rentenanstalt beschäftigt sind, um deutsche Eerwerbsbiographien zu löschen.

  • Das ist mal ein sachliches Argument, das man nicht entkräften kann.

    Ansonsten macht mir der Rechtsruck im Rechtsstaat die größeren Sorgen.
    Unsere Zukunft (in der EU und als Einzelstaat sowieso) war nicht wegen Griechenland gefährdet, auch nicht wegen des Euro, wird es auch nicht wegen der Flüchtlinge, sondern wegen der fehlenden Werte.
    Viele Protestierer geben vor, Werte zu verteidigen, die sie selber nicht leben. Solche Leute schaffen das Christentum ab!

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