Friedensnobelpreis: Thomas Hanke (Paris): Mehr Individualität

Friedensnobelpreis
Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft

Thomas Hanke (Paris): Mehr Individualität

Meine Vision ist ein Europa, in dem wir uns wieder mehr für die Individuen interessieren. Die Risikoaufschläge der Krisenländer gegenüber Bundesanleihen, das Staatsdefizit und das nationale Rating - sie alle haben ihren Wert, aber ein Maßstab für das, was uns die anderen Europäer und die Europäische Gemeinschaft wert sind, können sie nicht sein.

Ein Europa, in dem wir uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen: Manche Länder haben höhere Schulden als wir, aber deswegen sind sie nicht unbedingt Schuld an der Krise, genauso wenig wie Angela Merkel und Wolfgang Schäuble.

Ein Europa, in dem wir mehr uns nicht zufrieden geben müssen mit der kläglichen Alternative: entweder nationale Bürokraten oder europäische Bürokraten. Wer in der Eurogruppe oder als Präsident des Europäischen Rates für mich entscheidet, soll sich gefälligst zur Wahl stellen und politisch verantwortlich sein.  

Kommentare zu " Friedensnobelpreis: Mein Europa - zwölf Plädoyers für die Zukunft"

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  • Brüssel war 1966 de facto PLEITE und heute eine "blühende" Landschaft mit der Hauptsprache Französisch, obwohl zweisprachig, gleichrangig Flämisch (nicht Niederländisch) und mittlerweile können wir mit Vlaamse Tricks ook Duits spreken.

    Hätte de Gaulle der NATO nicht den Rücken gekehrt und sie hinausgeschmissen, vor allen Dingen der Hegemonie der US-Amerikaner wegen, ja wäre... und das ist Fakt, Belgien schon lange Land unter. Sie haben alle an der Europäischen Idee vortrefflich verdient. Und Deutschland gewiß auch; denn ansonsten hätte wir unsere Waren in der Schweiz und Österreich absetzen können. Österreich brauchte aus Deutschland keinen Stahl, nur den Koks und die Schweiz sammelte schon beizeiten weltweit Schrott, um diesen zu bearbeiten.

    Wenn hier einige über die Europäische Union und damit die europäische Idee insgesamt meinen, dann wissen einige offensichtlich nicht, daß eine Korrektur kommen wird. Dafür sorgt diesmal ein Sozialdemokrat als Europa-Parlaments-Präsident, Martin Schulz. Gönnen wir ihm die Einarbeitung und stehen ihm bei schwierigen Aufgaben gegen das Establishment bei. Er hätte es redlich verdient ein Korrektiv zu Merkel und anderen "Größen" zu sein. Europa ist für manche Konservative nur gut, wenn sie allerorten das Zepter schwingen dürfen.

    Aber diese Mentalität hatten wir doch schon einmal und ging vollends in die Hausse. Die anderen anwesenden Mitglieder der Union fahren gerne große Geschütze auf, geht es jedoch ans Eingemachte, da wird der Weißkohl schneller zur Choucroute, als gemeinhein ein Franzose den Weißwein eingießen mag. À là votre, Santé.

  • @Rapid
    „Das sind die Vorstellungen der Supereuropäer wie champus sie bevorzugt.“
    Mißverständis – der letzte Satz in meinem Beitrag ist quasi als „junktim“ zu verstehen. Der Kommentar von @Vicario unten entspricht meiner eigenen Vorstellung:
    „Die Franzosen werden niemals eine andere Sprache zulassen, als die Französische ! Damit ist alles gesagt ! Versucht man sich auf eine Sprache ausser der Französischen zu einigen, wäre das das Ende der EU ! Das ist evtl. die Lösung, wie man diesem Unsinn ein Ende bereitet und die EU-Utopie begräbt !“

  • "Na, die Ironie haben Sie wohl nicht gemerkt, bei dem "Vorschlag" Esperanto als europäische "Amtssprache" einzuführen."
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    Zugegebenermaßen ist mir die Ironie durchgegangen. Anderseits hat Ihre Ironie einen ernsthaften Hintergrund. Die würden sich tatsächlich m.E. eher auf eine Kunstsprache einigen als auf Englisch.
    Tatsache ist, daß neben den Regionalsprachen eine verbindliche Amtssprache wirklich notwendig wäre, alleine schon, um "Mißinterpretationen" von europäischen Gesetzesvorlagen zu vermeiden.

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