Friedenstruppe
EU schickt bis zu 7000 Soldaten in den Libanon

Die Europäische Union will sich mit 6500 bis 7000 Soldaten an der erweiterten Libanon-Truppe der Vereinten Nationen beteiligen. Bis zum Februar 2007 soll Frankreich die Truppe kommandieren. Der Beitrag Deutschlands steht noch nicht fest.

HB BRÜSSEL. Europa stelle damit das Rückgrat der Unifil-Truppe, sagte Uno-Generalsekretär Kofi Annan. „Wir können jetzt beginnen, eine glaubwürdige Truppe aufzustellen." Er habe Frankreich gebeten, bis Februar 2007 das Kommando über die Streitkräfte zu übernehmen. Auch Italien hatte sich zur Führung der Truppe bereit erklärt.

Der EU-Beitrag beträgt deutlich mehr als ein Drittel der insgesamt 15 000 in der Resolution 1701 des Uno-Sicherheitsrats vorgesehenen Soldaten für die erweiterte Uno-Mission. Den größten europäischen Anteil an der Unifil werden nach derzeitigem Stand Italien und Frankreich beisteuern. Italien hatte angekündigt, 2000 bis 3000 Soldaten in den Libanon zu entsenden. Frankreichs Präsident Chirac hatte erst gestern in einer Fernsehansprache mitgeteilt, dass sein Land sein zuvor angebotenes Kontingent noch einmal deutlich aufstocken wolle. Paris will nun 2000 Blauhelme in die Krisenregion schicken.

Der Beitrag Deutschlands steht noch nicht fest. Das Bundeskabinett wird seine abschließende Entscheidung über den militärischen Beitrag Deutschlands zur Unifil wohl noch nicht am Dienstag kommender Woche fällen können, wie Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte. Zwei Bedingungen seien noch nicht erfüllt. Zum einen stünden die Regeln des militärischen Einsatzes nicht fest. Zum anderen müsse sich die libanesische Regierung ausdrücklich mit dem Einsatz einverstanden erklären.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Chirac in Paris, die deutsche Marine könne durch die Sicherung der libanesischen Küste einen entscheidenden Beitrag leisten, damit Israel seine Seeblockade aufhebe. Der Libanon hat Deutschland zudem gebeten, bei der Sicherung seiner Grenzen technische Hilfe leisten. Diesen Wunsch werde Ministerpräsident Fuad Siniora auch offiziell an die Bundeskanzlerin herantragen, kündigte Informationsminister Ghasi Aridi an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%