Friedenstruppe Isaf
Nato-Kommandeur will Verstärkung für Afghanistan

Der Nato-Oberkommandierende James Jones will die vom Bündnis geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf-Schutztruppe um „mehrere Hundert“ flexibel einsetzbarer Soldaten verstärken. Sie sollen vor allem helfen, den unruhigen Süden des Landes unter Kontrolle zu bekommen. Auf Deutschland kann Jones jedoch nicht zählen.

HB LONDON. Der US-General Jones räumte am Donnerstag im militärischen Hauptquartier in Mons (Belgien) ein, das Bündnis sei durch „den Grad der Intensität“ des militärischen Vorgehens der radikalislamischen Taliban-Kämpfer „ein wenig überrascht“ worden. Die Isaf, die derzeit etwa 19 000 Soldaten zählt, hatte vor einem Monat ihr Einsatzgebiet auch in den als besonders „unruhig“ geltenden Süden des Landes ausgedehnt. Dort sind vor allem britische Soldaten Ziel heftiger Angriffe geworden.

Jones zeigte sich überzeugt, dass die Isaf in den kommenden Wochen die Kontrolle über das Gebiet errungen haben werde. „Recht bald, ganz sicher vor dem Winter, werden wir eine entscheidende Bewegung zu Gunsten jener Kräfte in der Region erleben, die die Regierung repräsentieren“, sagte Jones. Um diese Unterstützung zu erhalten, werde er sich zunächst an die 37 Länder wenden, die an der Friedenstruppe Isaf beteiligt sind - Deutschland eingeschlossen. Außerdem werde er die Nato-Staaten bitten, Beschränkungen zum Einsatz ihrer Soldaten in Afghanistan aufzuheben. Darüber solle beim bevorstehenden Treffen der Nato-Stabschefs in Warschau beraten werden.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums lehnte eine Entsendung deutscher Soldaten nach Südafghanistan ab: „Es bleibt dabei: Unser Schwerpunkt ist die Nordregion“, sagte er am Donnerstag in Berlin. Der deutsche Isaf-Kommandeur in Nordafghanistan, General Markus Kneip, hatte kürzlich einen Einsatz im Süden ausgeschlossen, weil er dafür nicht genügend Soldaten habe. Auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hatte erklärt, die Deutschen würden im Norden bleiben.

Derzeit sind knapp 2 700 deutsche Soldaten im Afghanistan-Einsatz. Laut Bundestagsmandat können sie in der Hauptstadt Kabul und im relativ ruhigen Norden zum Einsatz kommen. „Darüber hinaus können sie in der Isaf-Region West sowie im Zuge der weiteren Isaf-Ausdehnung in anderen Regionen für zeitlich und im Umfang begrenzte Unterstützungsmaßnahmen eingesetzt werden, sofern diese Unterstützungsmaßnahmen zur Erfüllung des Isaf-Gesamtauftrages unabweisbar sind“, heißt es im Mandat, das bis Mitte Oktober läuft und die Entsendung von bis zu 3 000 Soldaten ermöglicht.

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