Friedensverhandlungen
Clinton erhöht den Druck auf Abbas und Netanjahu

US-Vermittler George Mitchell ist optimistisch, dass die Nahost-Verhandlungen schon bald im Frieden enden könnten. Doch bisher ist ein Kompromiss im Siedlungsstreit nicht abzusehen. US-Außenministerin Hillary Clinton muss den Druck auf die Verhandlugnspartner erhöhen.
  • 0

HB RAMALLAH/KAIRO. Bei den Nahost-Friedensverhandlungen setzt US-Außenministerin Hillary Clinton Israel und die Palästinenser weiter unter Druck. „Ich weiß, dass die Zeit und die Umstände schwierig sind, aber die USA sind entschlossen, diesen Frieden zu erzielen“, sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Donnerstag in Ramallah. „Wir wissen alle, dass es keinen anderen Weg zum Frieden gibt als Verhandlungen, und deshalb haben wir keine andere Wahl, als diese Bemühungen fortzusetzen.“

Clintons erklärte nach einem Treffen mit Abbas in Ramallah: „Wir alle - angeführt von (US-)Präsident (Barack) Obama - sind sehr entschlossen zu Fortschritten in Richtung einer Friedensvereinbarung durch direkte Verhandlungen.“ Diese Verhandlungen sollten „zu einem unabhängigen und souveränen Palästinenserstaat führen, der den Bestrebungen des palästinensischen Volkes entspricht“.

Die US-Regierung will nach Medienberichten die Friedensgespräche mit einem Kompromissvorschlag vor dem Scheitern bewahren. Dieser sieht laut der arabischen Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ vor, dass Israel sein Ende September ablaufendes Moratorium für den Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland um drei Monate verlängert.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte in Brüssel ebenfalls eine Verlängerung des Baustopps. „Es muss jetzt alles unterlassen werden, was diese schwierigen Friedensgespräche noch schwieriger macht“, sagte Westerwelle.

Die Verhandlungsführer beider Seiten wollen in der kommenden Woche einen Termin für ein neues Spitzentreffen zwischen Abbas und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vereinbaren. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, erklärte, die arabischen Staaten wollten dem Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern „eine Chance geben“, obwohl sie immer noch bezweifelten, dass Israel zu Zugeständnissen bereit sei.

Abbas hatten am Mittwoch bei einem Treffen mit Netanjahu in Jerusalem die schwierigsten Probleme des Konflikts diskutiert. US- Nahost-Vermittler George Mitchell sprach von ernsthaften und substanziellen Diskussionen, die besser als erwartet vorangingen. Israel und die Palästinenser seien in wenigen Tagen weiter vorangekommen als seinerzeit die Konfliktparteien in Nordirland in „vielen, vielen Monaten“.

Seite 1:

Clinton erhöht den Druck auf Abbas und Netanjahu

Seite 2:

Kommentare zu " Friedensverhandlungen: Clinton erhöht den Druck auf Abbas und Netanjahu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%