Friedensverhandlungen in Genf
Syriens Regierung und Opposition in einem Raum

Zum Auftakt der syrischen Friedensverhandlungen in Genf kam es zu mehreren Kämpfen in Syrien. Schon stand das Treffen zwischen Regierung und Opposition auf der Kippe. Doch am Donnerstagabend sahen sie einander ins Auge.
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GenfZum Auftakt der neuen Syrien-Verhandlungen in Genf sind Regierung und Opposition erstmals seit drei Jahren wieder in einem Raum zusammengetroffen. Bei der offiziellen Eröffnung der Gespräche saßen sie sich am Donnerstagabend Auge in Auge gegenüber. Direkte Kontakte gab es aber nicht.

UN-Vermittler Staffan de Mistura appellierte an beide Seiten, diese historische Chance auf Frieden nicht verstreichen zu lassen. „Ich weiß, dass es schwierig ist, aber versuchen wir zusammenzuarbeiten, um diesem schrecklichen Konflikt ein Ende zu bereiten“, sagte er. Die Syrer sehnten sich nach Frieden.

Vertreter der Regierung und der Opposition hatten zuletzt bei den gescheiterten Genfer Verhandlungen im Frühjahr 2014 in einem Raum gesessen. Bei den Friedensgesprächen im vergangenen Jahr sprach der UN-Diplomat nur getrennt mit beiden Seiten, so verhärtet waren die Fronten.

De Mistura will mit den Konfliktparteien erstmals seit zehn Monaten wieder über eine Übergangsregierung, eine neue Verfassung und freie Wahlen sprechen. Es ist die insgesamt vierte Verhandlungsrunde in Genf über eine Lösung für den blutigen Konflikt. Alle bisherigen Gespräche über einen Frieden scheiterten jedoch. Die bislang letzten Genfer Verhandlungen brach die Opposition im April 2016 aus Protest gegen neu aufgeflammte Kämpfe ab.

Seitdem haben die Regierungskräfte am Boden wichtige Geländegewinne erzielt. So konnten sie die lange umkämpften Rebellengebiete der Großstadt Aleppo einnehmen. In dem Bürgerkrieg sind nach UN-Angaben rund 400.000 Menschen getötet worden.

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