Friendesnobelpreis
Chinas Drohgebärden beeindrucken Diplomaten

China lässt die politischen Muskeln spielen: Die Regierung in Peking machte klar, dass eine Teilnahme von ausländischen Diplomaten an der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo als Affront gewertet wird – mit möglichen Konsequenzen. Immer mehr Staaten zeigen sich davon offenbar beeindruckt.
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HB OSLO. Dreieinhalb Wochen vor der Verleihung des Friedensnobelpreises wächst die Unsicherheit, wer an der Osloer Zeremonie für den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo teilnehmen kann. Wie der Chef des Osloer Nobelkomitees, Geir Lundestad, am Dienstag mitteilte, haben mehrere Staaten um Verlängerung der am Vortag abgelaufenen Anmeldefrist für ihre Botschafter gebeten.

Chinas Regierung hat die EU-Länder und andere Staaten aufgefordert, der Verleihung am 10. Dezember fernzubleiben. Andernfalls müsse man "Konsequenzen tragen", hieß es aus dem Außenministerium in Peking. Chinas Führung hat die Vergabe des Preises an den zu elf Jahren Haft verurteilten Liu stark kritisiert und im Gefolge Ministertreffen mit Norwegen abgesagt.

Der 54- jährige Liu tritt für Demokratie und Meinungsfreiheit in seinem Land ein. Weder er selbst noch seine in Peking unter Hausarrest gestellte Frau Liu Xia können zur Verleihungsfeier nach Oslo reisen. Als offen gilt, ob eine andere Person aus der chinesischen Bürgerrechtsbewegung stellvertretend den mit zehn Mio. schwedischen Kronen (1,1 Mio Euro) dotierten Preis in Empfang nehmen kann. Die Bundesregierung und andere EU-Länder haben die Teilnahme ihrer Botschafter an der Zeremonie zugesagt.

Kommentare zu " Friendesnobelpreis: Chinas Drohgebärden beeindrucken Diplomaten"

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  • wie lange wollen sich die Chinesen eigentlich noch laecherlich machen und der westlichen Welt drohen ? ich lebe derzeit in Hong Kong, welches 2047 zu 100% an China zurueck faellt. bis dahin sollten sich die Chinesen geoeffnet haben bzgl Meinungs- / Presse- / internetfreiheit.
    So richtig glaube ich allerdings nicht daran.

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