Frisches Geld für Athen Die griechische Tragödie

Noch bangen die Griechen um die sechste Rate des Hilfspakets. Alles deutet darauf hin, dass die Zitterpartie heute Abend ein gutes Ende nimmt – vorerst. Denn gerettet ist das Land damit keineswegs.
Update: 29.11.2011 - 15:21 Uhr 17 Kommentare
Die Griechen sehen schweren Zeiten entgegen. Quelle: dapd

Die Griechen sehen schweren Zeiten entgegen.

(Foto: dapd)

AthenAcht Milliarden Euro sollen jetzt nach Athen fließen, die sechste Rate des insgesamt 110 Milliarden Euro umfassenden Hilfspakets, das die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) im Frühjahr 2010 für Griechenland schnürten. Zwei Drittel der Kredite entfallen auf die Eurostaaten, ein Drittel auf den IWF. Bisher wurden 65 Milliarden an Athen ausgezahlt,  mit der jetzt erwarteten sechsten Rate wären es 73 Milliarden. Doch wirklich geholfen hat die Hilfe nicht. Das Rettungskonzept ist obsolet. Es hat sich als unzureichend erwiesen.

Die im Frühjahr 2010 gehegte Hoffnung, Griechenland werde schon ab 2012 schrittweise an die Finanzmärkte zurückkehren können, um sich zu refinanzieren, hat sich längst zerschlagen. Ein zweites Rettungspaket musste her. Im Juli wurde es geschnürt. Es sah reduzierte Zinsen und längere Laufzeiten für die bereits gewährten Hilfskredite sowie einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger von 21 Prozent vor. Doch auch das neue Konzept, mit dem die EU-Staatenlenker den Flächenbrand der Eurokrise einzudämmen hofften, war schon wenig später Makulatur.

Auf ihrem Krisengipfel am 26. und 27. Oktober beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU daher weitere Hilfskredite von 130 Milliarden Euro und einen „freiwilligen“ Forderungsverzicht der privaten Gläubiger von 50 Prozent. Damit soll Griechenlands Schuldenquote bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt werden -  immer noch das Doppelte dessen, was der EU-Stabilitätspakt als Obergrenze vorschreibt. So bescheiden sind die Ansprüche inzwischen.

Kann Griechenland sich damit wenigstens aus der Schuldenfalle befreien? Der Hair Cut, über den Athen jetzt mit den Banken verhandelt, ist dafür von großer, aber nicht von allein entscheidender Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, dass sich Griechenland aus dem Teufelskreis der nun bereits seit vier Jahren andauernden Rezession befreien und auf den Wachstumspfad zurückkehren kann. Danach sieht es allerdings bisher nicht aus. Die Bank von Griechenland erwartet in ihrer jüngsten Prognose für 2011 einen weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung „um 5,5 Prozent oder etwas mehr“.

Die Krankheiten der Griechenland-Rettung
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17 Kommentare zu "Frisches Geld für Athen: Die griechische Tragödie"

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  • Merkwürdig, wie in dem Artikel 2 unterschiedliche Erzählungen im Text des Athener Handelsblatt-Korrespondenten nebeneinander her laufen:
    - "Das Griechenland-Rettungskonzept der EU krankte von Anfang an daran, dass es dem Land ..... zu hohe Zinsen und viel zu kurze Tilgungsfristen aufbürdete, zugleich aber keinerlei wachstumsfördernden Elemente enthielt"
    und
    - "Ausbrechen könnte das Land aus dieser Ausweglosigkeit wohl nur, wenn es auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Ein Weg wäre die entschlossene Umsetzung der Strukturreformen, die Griechenlands Wirtschaft international wieder wettbewerbsfähig machen könnten. Aber die reformfeindlichen griechischen Gewerkschaften und die etablierte politische Klasse mauern."

    Ja also: wie sollen unter solchen Bedingungen "wachstumsfördernde Elemente" (sprich: noch mehr Geld für die Griechen!) überhaupt wirksam werden?
    Botschafter werden regelmäßig in andere Länder versetzt, damit sich die Interessen ihres Gastlandes über ihr Vaterland stellen.
    Bei Korrespondenten wäre das vielleicht ebenfalls angebracht?!!

  • Erstens bluten wir Deutsche auch, und zwar nicht nur für Griechenland.

    Zweitens, Reklamationen bitte richten an:
    - Euere Papadopoulos & Karamanlis etc., die Euch mit goldenen Versprechungen in die Schulden getrieben haben
    - Euere Gewerkschaften, die einer Clique von Überbezahlten ein schönes Leben ermöglichen / ermöglichten
    - Eueren Finanzbeamten, die sich weigern Steuern wirklich einzutreiben
    - die Euro-Wahnsinnigen, die nicht glauben wollen / wollten dass Länder wie Griechenland ohne Währungsanpassungen dem internationalen Wettbewerbsdruck nicht satndhalten können.

  • An die Redaktion: Der griechische Diktator heisst nicht Giorgos Papadopoulos sondern Georgios Papadopoulos. Giorgos Papadopoulos ist ein Sänger!

  • Derart dümmliche Rechtfertigungen als Erklärung für betrügerische Hütchenspieler habe ich auch noch nicht gehört. Ihre Terminologie zeigt anschaulich, wie weit EU-Utopia von der Realität entfernt ist . Seit 50 Jahren gaukeln vornehmlich deutsche Politiker dem eigenen Volk eine europäische Identität vor, die alle Nehmerländer gern öffentlich bestätigen, hinter vorgehaltener Hand aber lachen sie die Demuts-Deutschen Trottel für deren Idealismus aus. Der "germanische" Steuerzahler von heute hat es nicht nötig, sich auf Nietzsche, Kant, Goethe oder Körner zu berufen wenn er verlangt, dass der Betrüger (Griechischer Staat) durch den verdienten Bankrott zu gehen hat, anstatt unter Verleugnung von Anstand und Unrechtsbewusstsein dreiste Forderungen nach "Solidarität" (mit den Tätern) zu stellen. GR besitzt darüber hinaus die Unverschämtheit, ausgerechnet Papademos zum "Übergangs"-Premier zu bestellen, der den Beitritt GR's zur EWU mit Lug und Trug ergaunert hat. Offenbar traut man dem Betrüger zu, dass er die deutschen Trottel ein weiteres Mal über den Tisch ziehen kann. Der Mann gehört wegen Betrugs vor den europäischen Gerichtshof und anschliessend hinter Gitte, nicht als Chef in eine Regierung. Deutschland muss endlich aufwachen und die verbliebenen Finanzmittel zur Selbstrettung verwenden - wir brauchen die Griechen nicht.

  • Jetzt scheint Griechenland erst einmal gerettet. Ich glaube nicht das man jetzt mit Eifer daran geht die von der EU geforderten Maßnahmen umzusetzen. Samaras hat ja bereits „korrektive Maßnahmen“ gefordert und wird das jetzt konkretisieren. Solange liegen Teile der Sparpläne auf Eis. Die EU hätte Griechenland zuerst seine Goldbestände abkaufen können, auch wenn das nicht viel ist.

  • --- dass die Zitterpartie heute Abend ein gutes Ende nimmt – vorerst.
    Wenn heute tatsächlich weitere 8 Mrd zum Schuldendienst der Griechen an die Banken verschwendet werden, erleichtert dies die Entscheidung der Banken für einen Haircut erheblich. Für den deutschen Steuerzahler ist es jedoch Veruntreuung von Steuergeldern.

  • "Warum man Griechenland im Euroraum benötigt, das wissen vielleicht die Götter, evtl. als Kulturbereicherer?"

    @RBern. Wenn auch du nicht so ungebildet wärst, dann wüsstest du einfältiger Germane, dass Europa unsere Kultur adoptiert hat und nicht wir die eure. Ihr sprecht unsere Sprache und nicht wir die eure. Butter, Pause, Machine, Straße, Polizei und über 30.000 weitere Wörter der "deutschen" Sprache sind griechischen Ursprungs. Griechische Erfindungen wie Humanismus, Demokratie, Wissenschaft und Kultur haben die Menschheit seit 3000 Jahren geprägt. Deutschland, ja welches andere Volk hat sich derart um die Menschheit verdient gemacht? ....schrieb schon Goethe, Nietzsche usw. Ihr Germanen bleibt wohl für immer so, wie euch Goethe, Heine beschrieb - ein jämmerlicher Haufen

  • @RBern. Wenn du griechisch könntest und nicht nur die derzeitige deutsche Medienprpaganda lesen würdest, fändest du auf all deine Fragen eine logische Antwort. Seit 100 Jahren ist bekannt, dass die Ägäis reich an Erdgas- und Erdölvorkommen ist. Darüber schrieb der Stern schon aufführlich in den 70er Jahren. In diesem Zusammenhang ist auch die Militärdiktatur zu sehen, die nichts anderes war, als die Einflussnahme US-Amerikanischer Interessen. An der Verschuldung Griechenlands haben doch gerade Siemens & Co. verdient. Nicht nur in Griechenland ist Siemens und Ferrostall in die größtem Schmiergeldskandale verwickelt. Wüsste nicht, was an der Verschuldung Griechenlands so besonders ist, welches wir nicht auch mit USA, Spanien, Portugal, Italien, Deutschland teilen? Und wenn Porsche, Daimler, BMW auf Grund der Steuergesetze geleast sind, dann darf sich die deutsche wirtschaft doch freuen. Gleiches gilt doch auch für die Rüstungsausgaben der letzten Jahrzehnte, bezüglich derer sich in Deutschland keiner Sorgen machte, wenn sie kreditfinanziert wurden. Wenn man in Deutschland nicht so einfältig wäre, würde man erkennen, dass man Griechenland auf keinen Fall aus der Knechtschaft des Euros entlassen will. Russland, China käme das allein aus geostrategischen Gründen sehr gelegen.

    Ich empfehle euch mal ein Buch, welches ihr im Link schon mal probelesen könnt. Leseprobe: http://www.groessenwahn-verlag.de/linked/leseprobe%20krise!%20krise!.pdf. ....Für euch vielleicht besser, als ohne Fachwissen das Handelsblatt zu lesen. Klingst zwar doof, is aber so.

  • Pastizio...
    Wer solch einen geistigen Müll schreibt, kann im Zirkus Krone als Pausen-Clown auftreten. Mich überkommt fast Mitleid, wenn solche getriebenen Soziopathen im politischen Porzellanladen beobachte. Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte wenn ich das lese. Doch was für den einen Menschen mangelnde Fach- und Sachkenntnis, Dummheit und Hass ist, ist für den anderen nur ein simpler Aggressionsmechanismus.

  • The Germans commenting on anti-simitic political parties in Greece - what a joke!!

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