Fronten in Österreich verhärtet
Eisenbahner lassen Arbeit weiter ruhen

Den dritten Tag in Folge haben die Eisenbahner in Österreich am Freitag den gesamten Bahnverkehr blockiert. Betroffen sind auch die Verkehrsverbindungen nach Deutschland und in andere Länder.

HB WIEN. Ein Ende des Streiks sei zurzeit nicht in Sicht, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Eisenbahner am Morgen. „Es wird weiter gestreikt“, fügte er hinzu. Für Österreich ist es der längste Bahnstreik in der Nachkriegsgeschichte des Landes.

Zunächst hatten die Eisenbahner ihren Streik auf zwei Tage angelegt. Gespräche mit Vertretern der Regierung gingen in der Nacht zu Freitag jedoch ergebnislos zu Ende.

Im Konflikt mit den Gewerkschaften hatte die Regierung zuvor auf Härte gesetzt. Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ) sagte, die Reform werde umgesetzt, egal wie lange die Streiks dauerten.

Die Züge und Busse der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hatten in der Nacht zu Mittwoch um Mitternacht den Betrieb eingestellt.

Mit dem Streik protestieren die Eisenbahner gegen die von der Mitte-Rechts Regierung geplante Reform der ÖBB. Sie fürchten eine Verschlechterung der Konditionen in ihren Arbeitsverträgen und den Verlust von Arbeitsplätzen durch die Umstrukturierung.

Vom Streik sind in Österreich mehr als 700 000 Menschen betroffen, die ansonsten jeden Tag von den ÖBB befördert werden. Länger hatten die Eisenbahner zuletzt 1924 gestreikt. Dem Archiv des Österreichischen Gewerkschaftsbundes zufolge dauerte der Streik damals fünf Tage.

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