Fronten sind verhärtet
Iranischer Botschafter erneut einbestellt

Nach der iranischen Festnahme 15 britischer Marinesoldaten auf einem Grenzfluss zum Irak hat sich die diplomatische Krise verschärft: Das Außenministerium in Teheran warf Großbritannien den Bruch internationalen Rechts vor. Großbritannien bestellte den iranischen Botschafter den zweiten Tag in Folge zu Gesprächen ein.

HB TEHERAN/LONDON/BERLIN. Das einstündige Gespräch sei „offen aber freundlich“ verlaufen, erklärte das Außenministerium in London. Auch die EU-Ratspräsidentschaft forderte in einer offiziellen Erklärung die sofortige Freilassung. „Der deutsche Botschafter in Teheran hat gegenüber der iranischen Regierung im gleichen Sinne demarchiert“, hieß es. Die EU-Präsidentschaft stehe in dieser Angelegenheit in enger Abstimmung mit der britischen Regierung. Zuvor hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärt, die Bundesregierung habe die Bestätigung des Vorfalls aus dem Iran. Die Soldaten seien wegen einer angeblichen Grenzverletzung festgesetzt worden, sagte er in Berlin.

Wie die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, bekräftigte das iranische Außenministerium seine Darstellung, Großbritannien habe die iranischen Hoheitsgewässer verletzt. Dies belegten auch „Geständnisse“ der Festgenommenen, sagte ein Militärvertreter im staatlichen Rundfunk: „Die Untersuchung läuft, sie sind gesund und es gibt keine Probleme.“ Die Geständnisse würden bald veröffentlicht, hieß es. Dagegen erklärte die Regierung in London, der Vorfall habe sich im irakischen Teil des Grenzflusses Schatt al Arab ereignet, der in den Persischen Golf mündet. Marinesoldaten hätten ein Handelsschiff durchsucht, als sie von den Iranern festgenommen worden seien. Der britische Einsatz war demnach von den Vereinten Nationen (UN) genehmigt. Auch nach den Worten eines irakischen Fischers, der nach eigenen Angaben den Zwischenfall beobachtet hat, befanden sich die Briten in irakischen Gewässern.

Die iranische Agentur Fars meldete, die 15 Marinesoldaten seien nach Teheran gebracht worden, wo sie ihre „aggressive Handlung“ erklären sollten. Unter ihnen seien auch Frauen. Das britische Außenministerium konnte den Bericht nicht bestätigen. 2004 war es zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Damals hielten iranische Truppen acht britische Soldaten fest, ließen sie aber nach drei Tagen wieder frei. Der Regierung in Teheran zufolge hatten sich die Soldaten in iranischen Gewässern aufgehalten. Großbritannien bestreitet dies.

Seite 1:

Iranischer Botschafter erneut einbestellt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%