Frontex-Bericht

Neuer Rekord ankommender Migranten in Spanien

Die Zahl der Menschen, die Europa über Spanien erreichen, nimmt zu. 3900 Migranten nutzten im November die westliche Mittelmeer-Route. Insgesamt registrierte Frontex im November 13.500 illegale Grenzübertritte in die EU.
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Sowohl in Griechenland als auch in Italien gingen die Zahlen weiter zurück, was Frontex vor allem mit schlechtem Wetter auf See begründet. Quelle: dpa
Migration in die EU

Sowohl in Griechenland als auch in Italien gingen die Zahlen weiter zurück, was Frontex vor allem mit schlechtem Wetter auf See begründet.

(Foto: dpa)

Rom/WarschauImmer mehr Migranten aus Afrika setzen in Spanien erstmals Fuß auf europäischen Boden. Während die Zahl ankommender Migranten in Italien und Griechenland im November weiter zurückging, kamen über die westliche Mittelmeer-Route 3.900 Migranten - dreimal mehr als im November 2016, wie Frontex am Montag mitteilte.

Noch nie sei die Zahl für Spanien in einem Monat so hoch gewesen, seit die EU-Grenzschutzagentur 2009 damit begonnen hatte, Zahlen ankommender Migranten zu sammeln. Zwischen Januar und November erreichten über das westliche Mittelmeer 21.100 Menschen Europa - ein Anstieg von 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Sowohl in Griechenland als auch in Italien gingen die Zahlen unterdessen weiter zurück, was Frontex vor allem mit schlechtem Wetter auf See begründete. Nachdem im Mai und Juni besonders viele im Mittelmeer Gerettete an die Küsten Italiens gebracht wurden, baute die Regierung in Rom die Zusammenarbeit mit der libyschen Einheitsregierung im Kampf gegen Schlepper aus.

Bei einem Treffen am Samstag hatten Italiens Innenminister Marco Minniti und der libysche Premierminister Fajis al-Sarradsch vereinbart, ein gemeinsames Einsatzzentrum einzurichten. Das Team soll aus hochrangigen Ermittlern sowie Vertretern der Küstenwachen und Geheimdiensten beider Länder bestehen, wie die Einheitsregierung auf Facebook erklärte.

Die Zusammenarbeit zwischen Italien und Libyen, aber auch die Hilfen der EU für die Küstenwache des Bürgerkriegslandes, werden scharf kritisiert. Weil Migranten bereits in den Hoheitsgewässern abgefangen werden, ist die Zahl der Menschen deutlich gestiegen, die unter entsetzlichen Bedingungen in libyschen Haftzentren eingepfercht sind.

Insgesamt registrierte Frontex im November 13.500 illegale Grenzübertritte über die vier zentralen Migrationsrouten in die EU - das zentrale, das westliche und das östliche Mittelmeer sowie die Westbalkan-Route. Zwischen Januar und Ende November waren es 186.500 und 62 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten 2016.

  • dpa
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