FSA
Aufsicht drängt Banken zu Krisenvorsorge

Reicht es, große Banken eng an die Leine zu legen, oder muss man sie aufspalten, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern? Am Donnerstag meldete sich die britische Finanzaufsicht FSA im Streit um die Krisenbewältigung zu Wort. Die FSA will Großbanken streng regulieren, hält jedoch nichts von der Idee, sie zu zerschlagen.

LONDON/FRANKFURT. FSA-Chef Adair Turner will das Problem der Banken, die so groß oder so eng mit dem Rest der Finanzwelt vernetzt sind, dass sie sich im Notfall darauf verlassen können, vom Staat gerettet zu werden, mit einem ganzen Arsenal von "sich ergänzenden und verstärkenden" Maßnahmen angehen. Unter anderem wollen die britischen Aufseher die Banken zwingen, eine Art "Testament" aufzusetzen, mit dem sie sich im Notfall leichter abwickeln lassen. Darüber hinaus sollen Großbanken dickere Eigenkapital- und Liquiditätspolster bilden als andere Institute. Außerdem fordert die FSA eine strengere Regulierung der Derivate-Märkte.

Der Streit um die Aufspaltung der Großbanken war wieder aufgeflammt, nachdem der britische Notenbankchef Mervyn King sich in dieser Woche in einer Rede für eine Zerschlagung der Großbanken ausgesprochen hat. Weil sich große oder komplexe Banken darauf verlassen konnten, dass sie vom Staat aufgefangen werden - im Fachjargon "too big to fail" - gingen sie im Boom hohe Risiken ein. Das war einer der wichtigsten Gründe für den Beinahekollaps des Finanzsystems.

Einige Experten wie King und der einflussreiche ehemalige Chef der US-Notenbank, Paul Volcker, plädieren deshalb dafür, die Rolle der Banken als "Versorger" der Volkswirtschaft mit Kapital von spekulativen Bankgeschäften zu trennen. Dann könnten "Versorgergeschäfte" wie Kredite und Einlagen so streng reguliert werden, dass ein Kollaps unwahrscheinlich wird. Gleichzeitig könnten spekulative Investmentbanken in die Pleite rutschen, weil sie für die Stabilität des Gesamtsystems nicht mehr relevant wären.

Bei Kings und Volckers Vision geht es im Prinzip um eine Neuauflage des " Glass Steagall Acts", der 1933 als Folge der großen Depression in den USA erlassen wurde. Nach mehreren Modifizierungen wurde das Gesetz 1999 aufgehoben. Ursprünglich sollte es durch eine Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken verhindern, dass staatlich garantierte Einlagen privater Kunden von den Banken leichtsinnig für riskante Geschäfte aufs Spiel gesetzt werden.

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