FSA-Chef
Hector Sants: der verhinderte Reformer

Noch nie stand die britische Finanzaufsicht FSA so in der Kritik wie heute, und das, obwohl ihr Chef Hector Sants vor Jahren mit markigen Worten eine tiefgreifende Reform ankündigte. Doch der FSA-Chef kämpft mit Rückschlägen. Gerade die Konservativen machen Sants das Leben schwer.

LONDON. Hector Sants ist bekennender Christ, und der Glaube spielt bei der Karrieregestaltung des gelernten Bankers eine wichtige Rolle. „Ich bin fest davon überzeugt, dass man zum Ende seiner Laufbahn der Gesellschaft etwas zurückgeben sollte“. So begründete Sants vor knapp fünf Jahren seinen Wechsel aus einem exzellent bezahlten Job in der Londoner City zur britischen Finanzaufsicht FSA. Davor hatte der drahtige Manager mit dem dunklen Haarschopf das Europageschäft der Investmentbank Credit Suisse First Boston geleitet.

Seit nun mehr zwei Jahren steht Sants als Chief Executive Officer an der Spitze der FSA. Vergnügungssteuerpflichtig ist dieser Job in Zeiten der Finanzkrise mit Sicherheit nicht. Noch nie stand die FSA mit ihren 2 800 Mitarbeitern so sehr in der Kritik wie heute, und es spricht wenig dafür, dass sich die Lage in den kommenden Monaten entspannt. Politiker und Banker warfen der Behörde vor, sie habe mit ihrem unter dem Stichwort „Light Touch“ bekannten liberalen Ansatz zur Entstehung der Finanzkrise beigetragen.

Tatsächlich musste Sants eine Reihe schwerer Fehler einräumen. Nach dem Beinahekollaps des Baufinanzierers Northern Rock, der die größte britische Bankenkrise seit mehr als 100 Jahren auslöste, entschuldigte sich der Ex-Banker öffentlich für das Versagen der FSA. Sants gab auch offen zu, dass die Behörde bei den Banken in der City lange als zahnloser Tiger galt.

„Am Markt gab es eine Sicht, dass man sich vor der FSA nicht fürchten muss. Ich werde diese Sichtweise korrigieren, die Marktteilnehmer sollten sehr viel Angst vor uns haben“, verkündete Sants im Frühjahr in einer Rede.

Doch zuletzt erlitt das mit markigen Worten angekündigte Reformprojekt gleich mehrere Rückschläge.

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