Führungswechsel
Chinesische Kader kämpfen um die Macht

Die Spitzen der Kommunistischen Partei streiten in China heftig um die Posten in der nächsten Führung. Die Plätze im Politbüro sind heiß begehrt. Doch es sind nicht nur die Kandidaten, die mit harten Bandagen kämpfen.
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PekingSchwere Schlappe für Chinas Präsident Hu Jintao: Er war politisch nicht stark genug, um einen politischen Zögling ins mächtige Politbüro zu hieven. In den kommenden Wochen soll ein Parteitag stattfinden, bei dem eine jüngere Truppe die Macht im Land übernimmt. Derzeit kämpfen die Gruppierungen innerhalb der Partei um die freien Positionen an der Spitze der Hierarchie.

Denn so ein Parteitag will gut vorbereitet sein: Dort finden keine überraschenden Abstimmungen mehr statt. Es treten beispielsweise nur so viele Kandidaten fürs Politbüro an, wie Plätze offen sind.

Hu wollte eigentlich dafür sorgen, dass der 49-jährige Nachwuchskader Hu Chunhua einen Platz in dem Top-Gremium bekommt. Hu Chunhua regiert derzeit mit Erfolg die Innere Mongolei. Doch am Mittwoch verbreitete sich in Peking die Nachricht, dass Hu Chunhua statt dessen als Parteichef in die westchinesische Metropole Chongqing gehen könnte.

Für die beiden Hus wäre das ein Misserfolg. Chongqing ist der Schauplatz eines Korruptions- und Giftmordskandals und gilt deshalb derzeit als schwieriger Standort für ehrgeizige Politiker. Vor wenigen Tag erst war ein anderer Hu-Vertrauter, Ling Jihua, beim Anlauf auf eines der prestigeträchtigeren Ämter gescheitert. Lings Sohn war im Frühjahr bei einem Autounfall am Steuer eines Ferrari ums Leben gekommen. Das Problem daran: Ein Ferrari ist so ziemlich das Gegenteil von kommunistisch.

Ganz gesichert sind diese Informationen allerdings nicht. Die Öffentlichkeit hat in China kein Recht darauf, etwas über die verschlungenen Wege zu erfahren, auf denen die Führungspolitiker in ihre Ämter kommen. Fest steht jedoch bereist: An die Spitze des Organigramms wird der derzeitige zweite Mann Xi Jinping aufrücken. Er ist intern bereits als Vorsitzender der Partei und Staatspräsident ausgemacht. Xi profitiert nun von der geringen Erfolgsquote Hus bei der Besetzung der Posten - so bleibt mehr Platz für eigene Leute.

Die Delegierten der KP treffen sich nur alle fünf Jahre für einen Parteitag, auf dem sie tiefgreifende Personalentscheidungen treffen. Diesmal geht es besonders heiß her: Die Amtszeiten des Präsidenten und des Premiers enden, so dass Leute aus völlig neuen Netzwerken die Machtpositionen von ganz oben her kommend neu besetzen.

Kommentare zu " Führungswechsel: Chinesische Kader kämpfen um die Macht"

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  • Na, da können wir froh sei, dass Frau Merkel keine Kinder hat. Aus einer Merkel- Dynastie wird also nichts. Ihre adoptierten "poitischen Kinder" (Altmeier, de Maiziere, und CO.) werden schon weiter machen können, ist sie doch selber ein "Adptivkind" von Helmut Kohl, dem sie allerdings übel mitgespielt hat.
    Im bodenständigen Niedersachsen funktioniert es familienmäßig besser ,wie es das Beispiel van der Leyen, einer Tochter des ehemaligen Ministerpräsidenten Albrecht zeigt,der inzwischen bedauerlicherweise dement ist, ein schlimmes Schicksal für einen ehemals einflussreichen Politiker.
    Als der alte "Einflussreiche" würde gerne H.Schmidt, Hamburg, agieren, der ja, wie man weiß, ein besonderes Faible für China hat.

  • In welcher durchsichtigen Art werden eigentlich die Aufsichtsrats- und Vorstandposten in der Deutschland AG vergeben?

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