Fünf bis 25 Jahre: UN-Tribunal bestätigt Haftstrafen gegen Serben

Fünf bis 25 Jahre
UN-Tribunal bestätigt Haftstrafen gegen Serben

Die langjährigen Haftstrafen gegen vier frühere Polizisten der bosnischen Serben sind vom UN-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien bestätigt worden.

HB DEN HAAG. Das Gericht in Den Haag gab der Berufung der Angeklagten gegen das erstinstanzliche Urteil zwar teilweise statt, hielt die Verurteilungen zu Gefängnisstrafen zwischen fünf und 25 Jahren aber aufrecht. Die Vier hatten im Jahr 1992 während des Bürgerkrieges bosnische Muslime und Kroaten in mehreren Lagern gequält und ermordet.

Die längste Strafe verhängte die Revisionskammer des Gerichts gegen den heute 45-jährigen Zoran Zigic für mehrere Morde und Misshandlungen. In erster Instanz war er nicht nur als unmittelbarer Täter verurteilt worden, sondern auch als Mitglied der kriminellen Vereinigung, als die das Gefängnispersonal des Lagers Omarska anzusehen sei. Damit wäre er verantwortlich auch für Taten, an denen er nicht persönlich beteiligt war. Dies ist ein häufiger Grund für die Verurteilung vor dem Gerichtshof.

Die Revisionskammer fand dagegen, trotz der Schwere seiner Verbrechen habe Zigic für das grausame Funktionieren dieses Lagers nur eine kleine Rolle gespielt - „ein Mosaikstein im allgemeinen Bild von Gewalt und Unterdrückung“, so die Urteilsbegründung. Gerade weil er aber keine Funktion in diesem und anderen Lagern hatte, habe er sie ausschließlich in der Absicht betreten, Gefangene zu misshandeln. Deshalb sei die hohe Haftstrafe weiterhin berechtigt.

Für 20 Jahre muss Mlado Radic, ein Schichtführer der Wärter in Omarska, hinter Gitter. Er wurde wegen Vergewaltigung und sexueller Misshandlung, aber auch für Verbrechen seiner Untergebenen verurteilt. Aus ähnlichen Gründen bestätigte die Revisionskammer auch die Verurteilung des stellvertretenden Lagerkommandanten Miroslav Kvocka, der bis vor kurzem Haftverschonung genoss, zu sieben Jahren und das Urteil gegen Dragoljub Prcac zu fünf Jahren Haft.

Zigic war 1998 in der bosnischen Serbenrepublik inhaftiert worden und hatte sich dann freiwillig nach Den Haag bringen lassen. Im Gegensatz zur ersten Instanz sahen die Richter darin - wenn auch geringe - mildernde Umstände. Am Montag stellten sich zwei frühere Generäle aus dem bosnischen Bürgerkrieg ebenfalls freiwillig dem Tribunal: der bosnische Serbe Radivoj Miletic und der bosnische Muslim Rasim Delic. Ihnen werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

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