Fünf Frauen für den Frieden: „Jeder Diktator hat eine Mutter, die ihn so erzogen hat“

Fünf Frauen für den Frieden
„Werft Bücher statt Bomben!“

„Jeder Diktator hat eine Mutter, die ihn so erzogen hat“

Die Amerikaner sähen sich immer noch als friedvolles Volk, wundert sich Williams. Denn gerade Trump schüre doch Konflikte – nach innen wie nach außen. „Trumps Fundamentalismus ist genauso wie der islamische Fundamentalismus“, meint Friedennobelpreisträgerin Shirin Ebadi. Beide spielten mit Ängsten, um ihre Macht auszubauen. Ebadi war im Iran die erste Richterin und kämpfte nach der Islamischen Revolution 1979 für Menschen- und Frauenrechte. Als erste Muslimin erhielt sie 2003 den Friedensnobelpreis. Ebadi betont: „Es ist viel schwieriger, Mauern in den Köpfen einzureißen als Mauern aus Stein.“

Westliche Medien zeichneten ein Bild vom Islam als gewalttätige Religion, kritisiert die Muslimin. Doch auch die anderen Religionen würden missbraucht für Gewalt. Der IS sei nicht nur eine terroristische Gruppe, sondern vor allem eine falsche Ideologie. „Eine Ideologie lässt sich nicht mit Bomben bekämpfen. Baut lieber Schulen! Denn die meisten Menschen dort sind Analphabeten. Werft Bücher auf den IS statt Bomben!“

Die Welt müsse die beiden Wurzeln des Terrorismus bekämpfen: Unwissenheit und Hoffnungslosigkeit, so die Iranerin, die heute im britischen Exil lebt.

Tawakkol Karman aus dem Jemen, bekannt in ihrer Heimat als „Mutter der Revolution” des arabischen Frühlings, entlarvt die Schizophrenie des Westens: „Wir sind Deutschland und Angela Merkel sehr dankbar, dass sie so viele Flüchtlinge aufnehmen.“ Andererseits lieferten die USA und Europa Waffen in alle Welt. Tawakkol appelliert an den Westen: „Lasst uns nicht allein! Lasst nicht zu, dass Diktatoren ihr Volk umbringen!“

Frauen im Jemen seien doppelt unterdrückt: zum einen vom Regime, zum anderen von einem falsch ausgelegten Islam. Tawakkol, die mit 32 Jahren 2011 die jüngste Friedensnobelpreisträgerin war, hatte keine Angst, mit Kopftuch an vorderster Front friedlich zu demonstrieren. Auch wenn sie später entführt wurde und ins Gefängnis kam.  „Ich wollte als Frau die Opferrolle überwinden und zeigen: Frauen dürfen auch führen.“ Diktatoren hätten Angst vor Frauen, die nach Frieden und Gerechtigkeit rufen.

Schuld an Krieg und der Unterdrückung von Frauen sind aber nicht allein die Männer, betonten die fünf Friedensnobelpreisfrauen unisono. Die Irin Maguire stellt klar: Keineswegs seien Frauen „die Guten“ und nur Männer, diejenigen, die Probleme bereiteten. Und Shirin Ebadi hält den Frauen den Spiegel vor: „Jeder Diktator hat schließlich eine Mutter, die ihn so erzogen hat.“

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