Fünf Tote bei Offensive
Lage in Nahost droht zu eskalieren

Auch zehn Tage nach Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen ist das Schicksal des von militanten Palästinensern entführten Soldaten Gilad Schalit ungeklärt. Israel flog wieder Luftangriffe - und wehrt sich gegen neue Verbalattacken des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

HB GAZA. Knapp zwei Wochen nach der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit droht die Lage im Nahen Osten weiter zu eskalieren. Bei neuen israelischen Luftangriffen auf den nördlichen Gazastreifen starben mindestens fünf militante Palästinenser. Der israelische Armeechef Dan Haluz sagte, insgesamt seien seit Beginn des Geiseldramas fast 40 militante Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Der palästinensische Innenminister Said Siam von der radikal-islamischen Hamas versetzte seine Sicherheitskräfte am Freitag in Alarmbereitschaft und forderte sie auf, den israelischen Angriff abzuwehren.

Israels Minister für innere Sicherheit, Avi Dichter, deutete an, dass seine Regierung zur Freilassung von palästinensischen Gefangenen bereit sei, falls der verschleppte Soldat freikommen und die Militanten ihre Raketenangriffe einstellen würden. Israel wüsste „dann - wie bereits in der Vergangenheit - wie man als Geste des guten Willens Gefangene freilässt“, sagte der frühere israelische Geheimdienstchef laut israelischen Medienberichten. Zuvor hatte Israel Forderungen der Entführer, im Austausch gegen den Soldaten palästinensische Gefangene freizulassen, kategorisch abgelehnt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad warnte davor, dass sich der Konflikt zu einem Flächenbrand ausweiten könnte. Eine anhaltende „israelische Aggression“ gegen Palästinenser könnte sich verheerend in der ganzen Region auswirken, sagte Ahmadinedschad in Teheran im staatlichen Fernsehen.

Israel flog im nördlichen Gazastreifen neue Luftangriffe. Ein Palästinenser starb, als ein Kampfhubschrauber eine Rakete in eine Gruppe militanter Palästinenser feuerte, berichteten Notärzte. In Beit Lahija wurden nach Armeeangaben vier weitere Palästinenser getötet, als die Luftwaffe sie unter Raketenbeschuss nahm. Eines der Todesopfer war ein taubstummer 19-Jähriger. Am Vortag waren bei den schwersten Kämpfen seit Beginn der Militäroffensive 22 Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet worden.

Der zur Hamas gehörende palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija besuchte am Freitag ein Krankenhaus, in dem Dutzende verwundete Palästinenser behandelt werden. Er nannte die israelischen Angriffe ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und forderte die internationale Gemeinschaft zum Einschreiten auf. Sein Innenminister Siam hatte die Sicherheitskräfte zuvor aufgerufen, den Israelis zu „widerstehen“.

Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez erklärte, die Militäroperation im Gazastreifen werde erst beendet, wenn der Soldat freigekommen sei und der Beschuss israelischer Grenzorte mit Kassam- Raketen aufgehört habe. Ungeachtet aller Vorstöße der Armee schlugen aber erneut mehrere Raketen im israelischen Grenzgebiet ein.

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