Fünfter Jahrestag der Revolution: Gespannte Ruhe in Ägypten

Fünfter Jahrestag der Revolution
Gespannte Ruhe in Ägypten

Am fünften Jahrestag der Revolution in Ägypten blieb es in der Hauptstadt Kairo weitestgehend ruhig. In einem Vorort der Metropole erschoss die Polizei jedoch zwei mutmaßliche Extremisten.

KairoNach massiven Sicherheitsvorkehrungen ist der fünfte Jahrestag des Aufstands gegen den langjährigen Machthaber Husni Mubarak in Ägypten zunächst weitgehend ruhig verlaufen. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo 2011 Massen gegen Mubarak demonstrierten, kamen am Montag nur etwa 50 Menschen zusammen.

Zu Gewalt kam es jedoch in einem Vorort: Die Polizei erschoss bei einer Razzia zwei mutmaßliche Extremisten, die Sprengstoff und Schusswaffen gehabt haben sollen.

Tausende Polizisten waren vor Polizeirevieren und wichtigen Gebäuden aufgezogen, auf dem Tahrir standen gepanzerte Fahrzeuge. Straßen zu wichtigen Regierungsgebäuden waren gesperrt. Der ägyptische Präsident Abdel-Fattah al-Sisi hatte am Wochenende vor Unruhen zum Jahrestag gewarnt und eine harte Reaktion angekündigt. Sicherheitskräfte durchsuchten vorab Tausende Wohnungen und setzten Aktivisten vorsorglich fest.

Am 25. Januar 2011 hatte es in Kairo Massendemonstrationen gegeben, die zum Sturz Mubaraks führten. Al-Sisi hat faktisch seit Juli 2013 in Ägypten das Sagen. Damals hatte er als Armeechef Mubaraks gewählten Nachfolger, den Islamisten Mohammed Mursi, entmachtet. 2014 wurde al-Sisi selbst zum Präsidenten gewählt. Erst kürzlich gab es auch eine Parlamentswahl.

Am Sonntag hatte Al-Sisi den Aufstand von vor fünf Jahren und die Entwicklung danach gewürdigt. Kritiker werfen dem Präsidenten jedoch vor, rigoros gegen Oppositionelle vorzugehen. Tausende Anhänger von Mursis Muslimbruderschaft wurden inhaftiert. Zum Jahrestag kündigte die Muslimbruderschaft eine beispiellose Protestwelle an. Doch gab es bis zum Nachmittag keine nennenswerten Kundgebungen.

Die weltliche Protestbewegung 6. April, eine der treibenden Kräfte 2011, sprach sich gegen Demonstrationen aus, bat Anhänger aber, schwarze Kleidung zu tragen. Der inhaftierte Blogger Alaa Abdel-Fattah äußerte sich in einem am Montag veröffentlichten Interview deprimiert über den Ausgang der Revolution vor fünf Jahren. „Wenn ich einmal frei bin, was nicht allzu bald sein wird, will ich ins Ausland reisen, weg von unserer Region und jedem anderen Ort, wo ich von Konflikten abgelenkt werde“, sagte er.

Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er gegen das unter al-Sisi erlassene Demonstrationsgesetz verstoßen haben soll. Dieses schließt Versammlungen ohne vorherige Genehmigung aus.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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