Für Achtjährige zu spät
Clinton wirbt für schärfere Waffengesetze in den USA

Immer wieder kommt es in den USA zu Gewalttaten mit Schusswaffen: Nach einem Amoklauf in Oregon hat Präsidentschaftskandidatin Clinton für schärfere Gesetze geworben. Einem achtjährigen Mädchen nützt das nichts mehr.

Manchester/ChicagoDie demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat sich nach dem Amoklauf in Oregon für schärfere Waffengesetze stark gemacht. „Wie viele Menschen müssen sterben, bevor wir tatsächlich etwas tun, bevor wir als Nation zusammenkommen?, sagte sie am Montag bei einem Wahlkampfauftritt in New Hampshire. Gleichzeitig beklagte sie den „Extremismus“ in der politischen Debatte über Waffengesetze.

Die Bemühungen der Präsidentschaftskandidatin nützen einem achtjährigen Mädchen aus White Pine im US-Bundesstaat Tennessee nicht mehr. Nach einem Streit über einen Hundewelpen hat ein elfjähriger Junge das Mädchen erschossen.

Ihre Tochter McKayla habe vor dem Haus gespielt, berichtete Latasha Dyer dem Fernsehsender WATE 6. Da habe der Nachbarsjunge das Mädchen aufgefordert, sich seinen Hund anzusehen. Die Achtjährige habe „Nein“ gesagt - kurz darauf habe der Junge ihr in die Brust geschossen.

Der Mutter zufolge hatte der Junge zuvor schon mehrmals das Mädchen gemobbt. „Er hat sich über sie lustig gemacht, war gemein zu ihr.“ Sie sei zum Schuldirektor gegangen und habe sich beschwert, berichtete Dyer weiter. „Daraufhin war er für eine Weile ruhig - bis er sie gestern einfach erschoss.“ Nach Angaben der Polizei wird gegen den elfjährigen Jungen wegen Mordes ermittelt. Er erschoss das Mädchen mit einer seinem Vater gehörenden Waffe.

Hillary Clinton hat gute Chancen, für ihre Partei ins Rennen um die Präsidentschaft zu gehen. Sie versprach, sie würde als Präsidentin mit Exekutiverlässen und über den Kongress die Vorschriften für Verkäufer und Käufer von Waffen verschärfen. Auch Amtsinhaber Barack Obama hatte das nach dem Attentat von Newtown 2012 versucht, war aber am Widerstand im Kongress gescheitert. In Newtown tötete ein Bewaffneter 30 Kinder und sechs Erwachsene. In Oregon erschoss ein junger Mann am vergangenen Donnerstag acht Menschen, bevor er selbst ums Leben kam.

„Diese Epidemie der Waffengewalt kennt keine Schranken, kennt keine Grenzen irgendeiner Art“, sagte sie vor Hunderten Unterstützern in der Stadt Manchester. Mit ihr auf der Bühne war die Mutter eines damals sechs Jahre alten Opfers von Newtown. Clinton betonte, an ihren Plänen sei wenig neu oder einzigartig gegenüber dem Vorstoß Obamas - bis auf ihre Entschlossenheit zu handeln.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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