Für Hamburg und China geht es auch in der Zukunft um viel
„Hanbao“ oder „die Burg der Chinesen“

Dass Chinas Premier Wen Jiabao in Deutschland zuerst Hamburg besucht und erst heute in berlin auf Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft, ist kein Zufall. Der Handel mit China hat im Norden eine lange Tradition.

HAMBURG. Links steht die „Gnade“, rechts die „Gerechtigkeit“ – zwischen den beiden meterhohen Frauenfiguren im Aufgang des Hamburger Rathauses verharren die beiden Männer einen Moment. Lächelnd reicht Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust Chinas Premier Wen Jiabao die Hand: „Wir begegnen einander nicht in der Belehrung, sondern im Dialog“, begrüßt der Hanseat seinen Gast in bestem Hochdeutsch. Wen Jiabao lächelt wortkarg zurück, geblendet von den Fotografen, die sich um den besten Schnappschuss bemühen.

Erstmals besucht Chinas Premier Deutschland. Und ausgerechnet die Hansestadt hat sich der schmächtig wirkende Brillenträger mit dem dunklen Haar als Ausgangspunkt seiner mehrtägigen Reise ausgesucht. Erst heute trifft er in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Dass es den Premier zuerst in die Elbmetropole drängt, ist verständlich: Denn die Hansestadt hat sich in den vergangenen Jahren zu dem mit Abstand bedeutendsten Handelsstandort des asiatischen Lands in West-Europa entwickelt. Dazu passend bedeuten die Schriftzeichen Hanbao, mit denen die Chinesen Hamburg phonetisch umschreiben, „Burg der Chinesen“.

Bereits seit Monaten ist Hamburg im China-Fieber

Bereits seit Monaten ist die Burg deshalb im China-Fieber. Kaum ein Unternehmen oder Verband setzt sich nicht für den mehrtägigen Gipfel „Hamburg: Summit: China meets Europe“ ein, der die Beziehungen Hamburgs mit China und der Partnerstadt Schanghai verbessern soll.

Hamburg verbindet eine lange Tradition mit China. Erstmals legte Ende des 18. Jahrhunderts die hanseatische Fregatte „Apollon“ im chinesischen Kanton an, um Tee, Porzellan und Seide an Bord zu nehmen. Doch auch Chinesen zog es nach Übersee. In Hamburg blieben sie vor allem in St. Pauli und machten den Stadtteil zu einer Art Mini-Chinatown: Immer mehr Wäschereien, Schneidereien, Restaurants, Kneipen und Tanzlokale bestimmten zunehmend das Geschäftsleben der Erotikmeile Reeperbahn.

Für Hamburg und China geht es auch in der Zukunft um viel: Ob Elektronikteile, Textilien, Spielwaren oder geflochtene Bastmöbel – insbesondere der Hamburger Hafen gilt für das Riesenreich als einer der wichtigsten Umschlagplätze in Europa. Jeder vierte Container aus China wird hier an den voll automatisierten Containerterminals umgeschlagen.

„Für chinesische Firmen ist Hamburg nach wie vor hochattraktiv und oftmals Ausgangspunkt für ihre Aktivitäten in Europa. Heute wird rund die Hälfte des deutsch-chinesischen Außenhandels in Hamburg abgewickelt“, bestätigt Michael Otto, Chef des größten Versandhauses der Welt und zugleich einer der führenden Importeure chinesischer Textilien.

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