Für humanitäre Zwecke
USA helfen Syrien mit Hunderten Millionen Dollar

Die USA wollen dem Bürgerkriegsland Syrien weitere finanzielle Hilfe zur Seite stellen. Präsident Obama kündigte an, die bereits genehmigten humanitären Gelder auf über eine Milliarde Dollar zu erhöhen.
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WashingtonDie USA erhöhen ihre humanitäre Hilfe für das Bürgerkriegsland Syrien auf mehr als eine Milliarde Dollar. Präsident Barack Obama kündigte am Mittwoch in einer Mitteilung zum Ende des Ramadans in der muslimischen Welt an, dass die Amerikaner 196 Millionen Dollar (147 Millionen Euro) zusätzlich für Syrien bereitstellen.

„Viele von uns hatten die Gelegenheit des Fastenbrechens mit unseren muslimischen Freunden und Kollegen - eine Tradition, die uns daran erinnert, dankbar für unsere Segnungen zu sein und Mitgefühl mit den weniger Wohlhabenden unter uns zu zeigen“, sagte er. Dazu gehörten Millionen Syrier, die fern ihrer Heimat, Familien und Lieben seien.

Von der neuen Hilfssumme sollen 155 Millionen direkt nach Syrien fließen und 41 Millionen an syrische Flüchtlinge in Jordanien, dem Libanon, der Türkei, dem Irak und Ägypten, wie das US-Außenministerium mitteilte. Bislang waren aus Washington 815 Millionen Dollar für Betroffene des Bürgerkriegs zugesagt gewesen.

Die Vereinten Nationen haben unterdessen weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung im syrischen Bürgerkrieg vorgeschlagen. Nothilfekoordinatorin Valerie Amos brachte am Mittwoch im Weltsicherheitsrat ein Dokument in Umlauf, in dem eine öffentliche Zusage sowohl der Regierung von Präsident Baschar Assad als auch der Rebellen gefordert wird, Zivilisten und nicht mehr an Feindseligkeiten beteiligte Personen wie Kranke, Verwundete und Gefangene zu schützen.

Alle Kriegsparteien sollten sich dazu verpflichten, die Errichtung militärischer Stellungen in bewohnten Gebieten zu vermeiden und Offensiven anzukündigen, um humanitären Konvois einen sicheren Abzug auf dafür bestimmten Routen über die Frontlinien zu ermöglichen. Zudem sollte es „humanitäre Pausen“ geben, und Hilfsgüter in die bedürftigsten Gebiete bringen zu können.

In Syrien hatte Mitte März 2011 ein Aufstand gegen Staatschef Baschar al-Assad begonnen, der sich zu einem Bürgerkrieg ausweitete. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in dem Konflikt bislang mehr als 100.000 Menschen getötet. 1,8 Millionen weitere Syrier wurden in Nachbarländer vertrieben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Für humanitäre Zwecke: USA helfen Syrien mit Hunderten Millionen Dollar"

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  • ...so widerwärtig, so traurig.

    Alle Menschen sind gleich ist eine der dümmsten Behauptungen die je aufgestellt wurde.

    Die Menschen werden gleich geboren, aber einige entmenschlichen sich selbst und werden zu Bestien.

  • Pervers. Wenigstens lügt das Bild nicht.

  • Man denke an den Trojanerspruch, daß man sich vor den Geschenken der Griechen (hier USA) hüten soll. Stalin z.B. hat nach dem Weltkrieg wohlweislich auf Marshall-Kredite verzichtet, die ihm angeboten wurden.

    Trotzdem schön, daß die USA hiermit einen Tropfen Hilfe auf den heißen Stein gießen will, den sie (und andere Natostaaten) seit ca. 2 Jahren angeheizt hat. Das zeigt, was für eine großzügige Nation dies ist (vor allem wenn auf den Hilfslieferungssäcken dann die US-Flagge gedruckt ist, wie z.B. bei Nordkorea-Hilfen zu sehen). Derartige Feuer-Wassertropfen-Spiele haben im anglo-amerikanischen Bereich lange Tradition.

    Währenddessen wüten die Freunde Washingtons, die "Freie Syrische Armee" und Al-Cia-Da-Gruppen gerade nicht etwa gegen die syrische Armee sondern gegen die syrischen Kurden und richten dort fleißig Massaker an (wohl mit Waffen aus einer ganz andersartigen US-Lieferung?).

    http://www.hintergrund.de/201308062741/politik/welt/syrien-press-tv-meldet-massaker-an-kurden.html

    Gemäß diesem Artikel wurde jetzt offenbar die Vergewaltigung kurdischer Frauen von den brillianten geistigen Vordenkern "unserer" Freunde für "halal" erklärt, dh. es ist jetzt für einen guten Al-Cia-Da Moslem legal und moralisch nicht zu beanstanden. Es freut einen doch immer wieder, wenn in den "befreiten" Gebieten der syrischen Diktatur sich Rechtsstaats-Strukturen etablieren und Menschenrechtsfragen geklärt werden, nicht wahr? Dafür unterstützen wir unsere "Freunde" schließlich.

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