Für Mehrheit überzeugender als Royal
Punktsieg für Sarkozy im Fernsehduell

Sie haben sich einen heftigen Schlagabtausch im Fernsehen geliefert. Doch letztlich konnte der konservative französische Präsidentschaftsbewerber Nicolas Sarkozy seine Führungsrolle behaupten. Einer Umfrage zufolge hat er im TV-Duell am Mittwochabend mehr überzeugt als Ségolène Royal.

HB PARIS. Auf dem Weg zur französischen Präsidentschaft hat Sarkozy damit offenbar die letzte Hürde genommen. Im einzigen TV-Duell des Wahlkampfes ließ er sich von scharfen Attacken der Sozialistin Ségolène Royal nicht aus der Ruhe bringen und behauptete in Schlüsselfragen seine Kompetenz. Für Royal war die Debatte am Mittwochabend vor 20,1 Mill. Zuschauern die letzte große Chance, ihren Rückstand von knapp fünf Punkten vor der Stichwahl am Sonntag aufzuholen.

In einer ersten Umfrage des Institutes Opinionway vom Donnerstag gaben 53 Prozent der Zuschauer an, der konservative Exinnenminister sei überzeugender gewesen. Bei Royal waren nur 31 Prozent dieser Meinung. Nur bei Umwelt- und sozialen Themen schnitt Royal demnach besser ab. Bei der mehr als zweieinhalb Stunden langen, zum Teil hitzig geführten Debatte, hatte sich aber keiner der beiden Anwärter grobe Patzer geleistet.

Die beiden Rivalen lieferten sich einen zum Teil heftigen Schlagabtausch, der fast alle Themen von Sicherheit bis Wirtschaft, Atomenergie, Bildung, Einwanderung und Renten berührte. Royal ging gleich zu Beginn auf Konfrontationskurs und warf Sarkozy vor, für die heutige Misere Frankreichs mit hohen Schulden und Arbeitslosigkeit mitverantwortlich zu sein. Offenbar war ihr vor allem ein resolutes Auftreten wichtig, wurde sie doch von Kritikern wiederholt als politisches Leichtgewicht bezeichnet.

Sarkozy, der wiederum eher zurückhaltend auftrat, warf seiner Rivalin später Aggressivität vor. „Ich war von Zeit zu Zeit etwas über die Aggressivität von Frau Royal überrascht“, sagte er RTL-Radio. „Es war vielleicht ihre Strategie.“ Erleichterung machte sich indes im Lager von Sarkozy breit. Die größte Sorge war, dass der als aufbrausend geltende Politiker die Geduld verlieren würde.

Sarkozy, der seit Anfang des Jahres in mittlerweile mehr als 100 Umfragen vor Royal lag, sagte am Donnerstag, er gehe nicht davon aus, dass sich das Ergebnis der Debatte entscheidend auf die Stichwahl am Sonntag auswirken werde. „Ich denke nicht, dass alles durch eine Debatte entschieden wird, egal welch ein großes Medienereignis sie darstellt“, sagte der frühere Innen- und Finanzminister der amtierenden konservativen Regierung dem Sender RTL. Royal, die sich in der Debatte überraschend kämpferisch und angriffslustig gab, sagte, das Rennen sei noch lange nicht vorbei. „Meinungsumfragen entscheiden keine Wahlen“, sagte sie dem Radiosender France Inter. „Also werden wir sehen.“

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