Füt Gespräche
Künftiger Präsident Irans will Atomprogramm fortsetzen

Ungeachtet aller Kritik des Westens beharrt der künftige Präsident Irans, Mahmud Ahmadinedschad, auf der Fortsetzung des Atomprogramms. Er will aber gleichzeitig die Gespräche darüber mit der Europäischen Union (EU) fortsetzen.

HB TEHERAN. Bei der ersten Pressekonferenz seit seinem überraschend deutlichen Sieg bei der Stichwahl betonte der erz-konservative Politiker, der Iran brauche die Atomtechnologie zur Stromerzeugung.

Insbesondere die USA werfen der Islamischen Republik vor, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Kernenergie heimlich Atomwaffen zu entwickeln, was die Regierung in Teheran bestreitet. Auf Beziehungen zu den USA lege er keinen Wert, sagte Ahmadinedschad. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nannte den künftigen Präsidenten keinen Freund der Demokratie und des Friedens. Auch europäische Politiker hatten sich nach der Wahl, die sie als undemokratisch kritisierten, skeptisch geäußert. Experten befürchten ein Ende der vom scheidenden Präsidenten Mohammed Chatami begonnenen vorsichtigen Öffnung des Irans zum Westen. Der Iran warnte indes vor einer Vorverurteilung seines neuen Präsidenten.

Unter Wahrung seiner nationalen Interessen werde der Iran die Gespräche mit der EU über das Nuklearprogramm fortsetzen, sagte der 48-jährige bisherige Bürgermeister Teherans. Der Iran setze darauf, dass auch die EU ihren Verpflichtungen im Rahmen der Verhandlungen rasch nachkomme. Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhandeln im Namen der EU seit Monaten mit dem Iran über ein Ende der Produktion atomwaffenfähigen Kernbrennstoffs. Sie haben angekündigt, im Juli oder August einen neuen Vorschlag in dem Atomstreit zu präsentieren. Bis dahin setzt der Iran seine umstrittene Uran-Anreicherung aus.

„Wir brauchen diese Technologie für Energie und medizinische Zwecke. Wir sollten damit fortfahren“, sagte Ahmadinedschad. Schon im Wahlkampf hatte er wiederholt das Recht des Iran auf Nutzung der Atomtechnologie zur Energiegewinnung betont.

Gegenüber dem Erzfeind USA gab er sich hart. „Unsere Nation schreitet auf dem Pfad des Fortschritts voran, und auf diesem Weg besteht keine besondere Notwendigkeit für Beziehungen zu den USA.“ Er kündigte jedoch eine Regierung „des Friedens und der Mäßigung“ an, ohne Einzelheiten zu nennen. Extremismus habe in seiner Regierung keinen Platz. Zugleich kündigte er an, gegen die wuchernde Korruption im Land vorzugehen: „Teil der Politik unserer Regierung ist der Kampf gegen Bürokratie und Korruption in allen Bereichen, einschließlich des Ölsektors“, sagte er.

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