Fukushima-Katastrophe
Japan bereitet Abpumpen verseuchten Wassers vor

In mehreren Reaktoren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima bleibt die Lage kritisch. Es wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser abgepumpt. Laut Bericht der Betreibergesellschaft Tepco war der Tsunami vom11. März rund 15 Meter hoch.
  • 1

In dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima haben Arbeiter am frühen Montagmorgen (Ortszeit) die Vorbereitungen zum Abpumpen radioaktiv versuchten Wassers fortgesetzt. Zunächst sollten Auffangbehälter überprüft werden, aus denen in den vergangenen Tagen relativ schwach verstrahltes Wasser ins Meer abgeleitet wurde. Die Arbeiter wollten sicherstellen, dass sich dort keine Überreste mehr befinden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Mit Hilfe von Schläuchen und Pumpen will der Betreiber Tepco so schnell wie möglich Millionen Liter radioaktive Brühe aus der Anlage pumpen und in eine Entsorgungsanlage bringen. Japans Wirtschafts- und Industrieminister Banri Kaieda sagte nach einem Besuch in dem Krisen-AKW, dies müsse möglichst schnell geschehen. Laut Medienberichten dürfte es aber noch dauern, bis mit dem Abpumpen begonnen werde kann.

Nach dem Beben und dem Tsunami, der das AKW am 11. März stark beschädigt hatte, war die Stromversorgung ausgefallen. Das Kühlsystem versagte, seitdem wird dafür Wasser in die Anlage geleitet. Das nun verstrahlte Wasser erschwert jedoch die Bemühungen, die Anlage zu stabilisieren.

In einem Untersuchungsbericht, den Tepco am 9. April vorlegte, heißt es: "Am Kraftwerk Daiichi hatte die Welle eine Einschlaghöhe von 14 bis 15 Metern." Demnach wurden Reaktor 1 und 2 sowie Teile von Reaktor 3 vollständig überschwemmt. Unmittelbar an den Reaktoren hatte die Welle noch eine Höhe von rund sieben Metern.

Zeitplan hat sich verzögert

An dem Kraftwerk sollte am Sonntag eigentlich das Abpumpen radioaktiv verseuchten Wassers in den Ozean beendet werden. Da die Kühlkreisläufe aber nach wie vor nicht funktionieren, könnte weiterhin Wasser ins Meer gelangen, wenn die Lagerkapazitäten erschöpft sind.

Der Kraftwerksbetreiber Tepco hatte vor sechs Tagen damit begonnen, schwachradioaktiven Wassers von einem Auffangbecken ins Meer abzulassen, um Platz für stärker verstrahltes Wasser zu schaffen. Das hat zu großer Beunruhigung bei den nächsten Nachbarn geführt. China äußerte sich besorgt über eine radioaktive Belastung des Meeres und verlangte genauere Informationen. In China wurden in zehn Fällen bei Schiffen, Flugzeugen und Warenlieferungen erhöhte Strahlenwerte gemessen. Südkorea hatte Japan dafür kritisiert, das Ablassen des radioaktiven Wassers seinen Nachbarn nicht angekündigt zu haben.

Kaum Fortschritte

Nach den Angaben von Tepco wird weiterhin Stickstoff in die Reaktoren geleitet, um Wasserstoffexplosionen zu verhindern, die radioaktive Teilchen in die Atmosphäre schleudern könnten. In den stark verstrahlten Gebäuden sollen demnächst ferngesteuerte Fahrzeuge die Trümmer früherer Explosionen wegräumen. Außerdem wollen die Experten mit ferngesteuerten Hubschraubern Einblick in jene Räume erlangen, die wegen der Strahlung nicht betreten werden können.

Fortschritte bei den Bemühungen, die Reaktoren wieder unter Kontrolle zu bringen, gibt nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde aber kaum. Es gebe keine klare Option, wie die Kühlsysteme wieder in Gang gesetzt werden könnten, sagte der stellvertretende Direktor der Behörde: "Es geht einen Schritt vorwärts und dann wieder einen zurück."

Rund 300 Milliarden Dollar Folgekosten

Der japanische Atomkraftwerkbauer Toshiba schlug der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge unterdessen einen Zehnjahresplan zur Stilllegung von vier der sechs bei dem Erdbeben am 11. März beschädigten Fukushima-Reaktoren vor. Die Regierung hatte allerdings zuletzt erklärt, für einen konkreten Fahrplan aus der Atomkrise sei es noch zu früh. Experten zufolge könnte es noch Monate dauern, die Reaktoren zu stabilisieren, und Jahre, bis die Gefahr für die Umwelt beseitigt ist.

Die Folgen des Erdbebens, des folgenden Tsunamis und der AKW-Havarie sind eine schwere Last für das ohnehin schon hoch verschuldete Japan. Die Kosten der Katastrophe werden auf 300 Milliarden Dollar geschätzt. So extrem schlug noch nie eine Naturkatastrophe zu Buche.

Seite 1:

Japan bereitet Abpumpen verseuchten Wassers vor

Seite 2:

Kommentare zu " Fukushima-Katastrophe: Japan bereitet Abpumpen verseuchten Wassers vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Soso....15 Meter hoch.
    Davon sieht man aber nichts an den benachbarten Wänden der Gebäude.
    Meines wissens sind die Notagregate nicht angelaufen, weil ein Angriff mit dem STUXNET Wurm die Systeme blockierte.
    Mal ganz abgesehen von dem VORSETZLICHEN ANGRIFF auf Japan mit HAARP !!!!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%