Furcht vor Donald Trump
Kuba bereitet sich auf neue Eiszeit vor

Obama leitete eine historische Annäherung der USA an das kommunistische Kuba ein. Doch Trump könnte das wieder rückgängig machen. Dem Castro-Regime bleibt nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
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Mexiko-StadtEs ist gut zwei Jahre her, da überraschten Barack Obama und Raúl Castro die Welt kurz vor Weihnachten mit einer historischen Ankündigung. Ab sofort sollte die jahrzehntelange Eiszeit in der Karibik enden. Mehr als ein halbes Jahrhundert Anfeindungen und Animositäten zwischen den USA und Kuba seien genug, befanden beide Präsidenten. Nun sei es Zeit für Annäherung.

Ganz selbstlos war die Wende auf beiden Seiten nicht. Der US-Präsident wollte sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Der kubanische Staatschef spekulierte darauf, dass die Dollars von Urlaubern, Investoren und Exil-Kubanern aus den USA mittelfristig das Öl und die Petrodollars aus Venezuela ersetzen. Denn schon damals war klar: der Verbündete und große Bruder in Südamerika wird über kurz oder lang kollabieren. Und die Wirtschaft der Karibikinsel ist dermaßen fragil, dass sie ohne massive Hilfe von außen kaum überlebensfähig ist.

Seit jenem 17. Dezember 2014 machten vor allem die Vereinigten Staaten große Schritte auf Kuba zu. Höhepunkt war Obamas Besuch in Havanna im Frühjahr. Aber seit dem 8. November ist im Verhältnis USA-Kuba nichts mehr vorhersehbar. Donald Trump, der ab dem 20. Januar im Weißen Haus sitzt, wird die Annäherung an die letzte kommunistische Karibikinsel im kapitalistischen Meer sicher nicht vorantreiben. Aber wird er sie bremsen? Dreht er sie gar zurück? Oder lässt er einfach geschehen, was bisher vereinbart wurde? Und was wird Havanna machen?

Die Experten sind sich uneins, vor allem weil der künftige US-Präsident so unberechenbar ist. Als Unternehmer habe er Ende der Neunziger selbst versucht, das Embargo gegen die Insel zu umgehen, sagt der kubanisch-mexikanische Historiker Rafael Rojas. Trump wollte gerne in den Hotel- und Casinosektor investieren. In den Monaten des Wahlkampfes hat der Politiker Trump seine Meinung über Kuba mehrfach geändert. Zu Beginn stütze er noch die Annäherung Obamas, wollte aber für die USA einen „besseren Deal" rausholen. Später dann versprach er den erzkonservativen US-Kubanern in Miami, die Annäherung komplett zurückzunehmen. Worauf also vertrauen?

Aus den ersten Nominierungen Trumps lässt sich nicht ablesen, wie es künftig mit Kuba weitergehen könnte. Der designierte Außenamtschef Rex Tillerson hat sich noch nicht zur Insel und der Regierung geäußert. Aber die Anti-Castro-Lobby macht schon Druck: „Die USA haben nicht von den Konzessionen an Kuba profitiert, weil das Castro-Regime nichts aufgegeben hat“, sagt die Rechtsaußen-Republikanerin Ileana Ros-Lehtinen. „Hoffentlich kann die neue Regierung einiges von dem Schaden wiedergutmachen, der für Freiheit und Demokratie in Kuba entstanden ist“.

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