Fußball in Griechenland

Für Tsipras brennt es auf dem Platz

In der griechischen Fußball-Liga kracht es regelmäßig – auf den Rängen und unter den Verantwortlichen. Die Korruptionsvorwürfe gegen Serienmeister Piräus sind nicht neu – und erreichen nun Ministerpräsident Tsipras.
Vermummte Fans von Panathinaikos verwüsten das Spielfeld: Die Partie gegen den Erzrivalen Olympiakos wurde abgesagt, nachdem ein Spieler der Gäste von einer Pyrofackel getroffen worden war. Quelle: AFP
Das Derby zwischen Panathinaikos und Olympiakos im November

Vermummte Fans von Panathinaikos verwüsten das Spielfeld: Die Partie gegen den Erzrivalen Olympiakos wurde abgesagt, nachdem ein Spieler der Gäste von einer Pyrofackel getroffen worden war.

(Foto: AFP)

DüsseldorfMan stelle sich vor, die Verantwortlichen des FC Schalke 04 würden sich bei Angela Merkel über die Korruption im deutschen Fußball beschweren. Aufsichtsratschef Tönnies und Sportvorstand Horst Heldt, wutentbrannt über die Entscheidungen der Schiedsrichter, die den Ligaprimus Bayern München in gefühlt jeder Spielsituation bevorzugen und zum Erfolg verhelfen. Undenkbar? Nicht so in Griechenland.

Ioannis Alafouzos, Klubboss von Panathinaikos Athen, prangert in einem Brief an Ministerpräsident Alexis Tsipras die Korruption im griechischen Fußball an. „Die Situation wird von Tag zu Tag schlimmer und dramatischer“, schreibt Alafouzos. Neben Tsipras ist der Brief an Justizminister Nikos Paraskevopoulos, Sportminister Stavros Kontonis und an Verbandspräsident Kostas Simistoglou adressiert. Hauptziele der Beschwerde: Der verhasste Rivale Olympiakos Piräus und die Schiedsrichter.

Anlass war das Pokalspiel des Serienmeisters aus Piräus am Dienstagabend beim Zweitligisten Apollon Smyrnis. Das 2:1-Siegtor kurz vor dem Ende erzielte Olympiakos aus klarer Abseitsposition – der Treffer zählte und befeuerte die ewige Diskussion in Griechenland aufs Neue. Piräus schmiere die Schiedsrichter, heißt es oft. Die Konkurrenz sei nur neidisch, antwortet hingegen das rot-weiße Lager.

Doch tatsächlich gab es – besonders in der laufenden und vergangenen Saison – zahlreiche zweifelhafte Entscheidungen, die die Referees zugunsten von Olympiakos auslegten. Allen voran im Strafraum des Gegners sind die Unparteiischen sehr streng. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Olympiakos trotz dieser Entscheidungen das sportliche Maß aller Dinge ist: Die Maximalausbeute von 42 Punkten aus 14 Spielen spricht eher für Piräus und weniger gegen die Schiedsrichter.

Diese Verkäufe sollen Athens Kassen füllen
Flughäfen
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Im vergangenen Herbst bekam der deutsche Flughafenkonzern Fraport den Zuschlag für eine auf 40 Jahre laufende Konzession zum Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen, einer davon ist der in Rhodos (Foto). Die neue Regierung unter Tsipras war zunächst dagegen. Am 18. August hat sie dem Verkauf für rund 1,2 Milliarden Euro doch zugestimmt.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Seehäfen
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Die Betreibergesellschaften der Häfen von Piräus (Foto) und Thessaloniki sollen privatisiert werden. Die Regierung erwartet Erlöse von 610 Millionen Euro. Zu den Interessenten gehört auch der staatliche chinesische Logistikkonzern Cosco. Er betreibt in Piräus bereits eines der größten Containerterminals im Mittelmeer. Es dient als Drehscheibe für den Containerverkehr zwischen Asien und Mitteleuropa.

Bahn
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Der Staat sucht einen Käufer für den Bahnbetreiber Trainose. Das Unternehmen erwirtschaftete zwar nach einer Sanierung 2013 einen Gewinn, gilt aber wegen des veralteten Schienennetzes als wenig profitabel. Interesse an Trainose zeigen unter anderem die russischen Staatsbahnen RZD. Erhoffter Erlös: 50 Millionen Euro.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Energie
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Die Gläubiger fordern die Privatisierung des staatlichen Stromkonzerns DEI und der Verteilungsnetze, wogegen sich die Syriza-Regierung aber bisher sträubt. Kein Wunder: Bei DEI haben Syriza-nahe Gewerkschaften das Sagen. Bei einer Privatisierung fürchten sie um die Privilegien der Belegschaft.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Immobilien
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Filetstück im staatseigenen Liegenschaften-Portfolio ist das seit über einem Jahrzehnt ungenutzte Gelände des früheren Athener Flughafens Ellinikon (Foto), Griechenlands wertvollstes Grundstück. Daneben gehören dem Privatisierungsfonds rund 1000 weitere Grundstücke und die staatliche Immobiliengesellschaft ETAD mit rund 78.000 Liegenschaften. Unter dem Strich sollen die Grundstücke und Gebäude 3,2 Milliarden Euro einbringen.

Panathinaikos-Boss Alafouzos zählt in seinem Brief detailliert Schiedsrichter und Begegnungen auf, in denen der Rivale seiner Meinung nach bevorzugt wurde. „The show must go on“, schreibt er am Ende der Aufzählung ironisch. Auch das besagte Pokalspiel am Dienstagabend hat eine Vorgeschichte: Der Schiedsrichter, Andreas Pappas, war auch als Referee für das Derby zwischen Panathinaikos und Olympiakos am 21. November angesetzt. Vor der Partie traf eine bengalische Fackel den Piräus-Spieler Alfred Finnbogasson – Pappas entschied sich nach langer Zeit, die Partie nicht anzupfeifen, woraufhin zahlreiche Panathinaikos-Fans das Spielfeld stürmten und verwüsteten.

Die Regierung will einschreiten
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