Fußball-WM 2014 Ein Stadion für jeden

In einem Jahr empfängt Brasilien die Fußballwelt. Für die WM 2014 baut das Land modernste Stadien. Doch es hakt an allen Enden: Private Investoren sind überfordert und Politiker denken nur an sich. Ein Ortsbesuch.
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Quelle: Getty Images

Belo Horizonte/Sao PauloAls im Februar das zweite brasilianische WM-Stadion eröffnet, herrscht großes Chaos statt frühem Glanz. In Belo Horizonte treffen die lokalen Rivalen Cruzeiro und Atlético Mineiro aufeinander.  Vor den Tickethäuschen bilden sich lange Schlangen. Die Zufahrten zu den Parkplätzen sind zu eng und auf den Toiletten gibt es kein Licht. Hinterher muss Tiargo Lacerda, Chef des lokalen Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014, einräumen: „Wir hatten ernsthafte Probleme.“ Eine Woche vorher noch hatte Lacerda versichert, der Bau werde pünktlich fertig.

Das Estádio Mineirão ist eines von zwei WM-Stadien in Brasilien, die schon fertig sind – zumindest offiziell.  Mit seinen Problemen steht es wohl beispielhaft für das, was dem Land in den kommenden zwölf Monaten bevorsteht.

Insgesamt zwölf Spielorte hat Brasilien für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgewählt. Jeder einzelne war ein großes Politikum. Immer wieder gab es den gleichen Konflikt: Die Vorlieben der Politiker prallten auf nüchterne Fakten. Häufig kamen deshalb nicht die besten Standorte zum Zuge, sondern die politisch genehmsten. Durch politisches Missmanagement könnte die Weltmeisterschaft so zu einem teuren Abenteuer werden, das der Bevölkerung nichts nützt.

Wie eng persönliche Interessen mit dem Fußball verquickt sind, zeigt die Personalie Tiargo Lacerda. Er ist der Sohn des Bürgermeisters der Stadt Belo Horizonte. Die familiäre Bande habe bei der Berufung keine Rolle gespielt, meint sein Vater Marcio Lacerda. Sein Sohn habe Sportmanagement studiert. Er sei ausschließlich wegen seiner fachlichen Qualifikation ausgewählt worden.  

Dennoch ist es wie beim Stadion: Es fällt schwer, diesen Worten zu trauen. Kritiker der WM wie Felipe Saboya sind skeptisch. „Die brasilianische Gesellschaft profitiert nicht von der Weltmeisterschaft“, sagt er. Saboya ist Referent des  Ethos-Instituts, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für eine transparente Fußball-WM einsetzt. Sie finanziert sich aus Mitteln des Siemens-Konzerns, der im Zuge seines eigenen Korruptionsskandals zu einer Spende für Anti-Korruptionsprojekte verdonnert wurde. 

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  • Klingt ganz nach dem Bau des Flughafens Berlin Brandenburg...

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